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15.05.2017

Stadtloggia gewinnt

Wettbewerb in Heidelberger Bahnstadt


Die Stadt Heidelberg baut schon seit mehreren Jahren an der „Bahnstadt“. Sie ist das größte Umstrukturierungs- und Wohnungsbauprojekt der Stadt, in dessen Rahmen schon mehrere städtebauliche und architektonische Wettbewerbe ausgelobt und bereits realisiert wurden. Auf den ehemaligen Güterbahnhofsflächen südwestlich des Hauptbahnhofs soll ein Wohn- und Arbeitsort entstehen. Mit mehr als 110 Hektar wird er zukünftig größer sein als die Heidelberger Altstadt.

Das Areal südlich des Hauptbahnhofs entwickelt sich aufgrund seiner Lage als ein Verbindungsglied der Bahnstadt mit den weiteren Stadtteilen und stellt somit einen zentralen Baustein des Gesamtprojekts. Für die Gestaltung des Areals rund um dem Bahnhofsvorplatz Süd hat die Bremer Gustav Zech Stiftung in Abstimmung mit der Stadt Heidelberg einen Einladungswettbewerb mit 11 gesetzten Teilnehmern ausgelobt – darunter Bruno Fioretti Marquez Architekten, Eike Becker Architekten und GMP Generalplanungsgesellschaft. Am 2. Mai 2017 vergab die Jury unter Vorsitz von Franz Pesch folgende Preise:

Auf den beiden Baufeldern soll ein Nutzungsmix aus Wohnen, Büros und Hotel mit Geschäften, Gastronomie und Dienstleistungen entstehen. Zudem war ein Vorschlag für die Gestaltung des Platzes zwischen Bahnhof und den Neubauten gefordert. Der Siegerentwurf von Winking Froh Architekten schlägt eine kolonnadenartige Anbindung – die sogenannte „Stadtloggia“ – zum Bahnhof vor, während eine zweite städtebauliche Achse die schräg verlaufende Anbindung an das Konferenzzentrum im Süden vorsieht. Zwischen den beiden Baufeldern befindet sich ein offener Bahnhofsplatz. Auf dem östlichen Baufeld entstehen drei Einzelbaukörper, die Büro- und Gewerbeflächen beherbergen. Das zentral gelegene Hotelgebäude setzt mit seinen 12 Etagen einen vertikalen Akzent. Der  flächenmäßig größere, viergeschossige Baukörper für Wohnen liegt am westlichen Blockrand und bildet „mit seiner Hofschließung einen kommunikativen, aber gut geschützten, grünen Wohnhof“. Die vorgeschlagene, einheitliche Fassade „bindet das Quartier durch einfache Fassadenvariationen in den Einzelgebäuden bewusst als Einheit zusammen und schafft so eine eigene Identität.“ – so das Preisgericht. Kritisch sah die Jury die parallele Erschließung des östlichen Baufeldes zur Stadtloggia.

Den Vorschlag von HPP Architekten bewertete die Jury besonders im Hinblick auf die Verteilung und Proportionierung der einzelnen Baukörper und des Platzes positiv. Kritik übte sie am hohen Anteil öffentlicher Räume und fragte, „ob der Standort Bahnstadt die ausreichende Vitalität aufweist, um die Vielzahl öffentlicher Räume mit Leben füllen zu können“. Auch der Entwurf von KSP Jürgen Engel Architekten konnte das Preisgericht mit seinem „guten städtebaulichen Maßstab und einer zeitlos repräsentativen architektonischen Sprache“ überzeugen. Kritisiert wurde vor allem die Verbindung des Hotels mit der umlaufenden Wohnzeile, die Artikulierung der oberen Geschosse des Hotels sowie die Gestaltung der Wohnfassaden und des Hoteleingangsbereiches.

Als interessanten Beitrag bewertete die Jury den Entwurf des Heidelberger Büros ap88 Architekten Partnerschaft. Besonders die Gestaltung des eigenständigen Bahnhofsgebäude wurde im Preisgericht kontrovers diskutiert und zugleich als maßstäblich und raumbildend beurteilt. Bemängelt wurde jedoch vor allem „die lochartige Wirkung und die Einschränkung der Multifunktionalität des öffentlichen Platzes“, die Verteilung des Hotels auf zwei Baukörper und die Ausrichtung der Wohnungen.

Der Wettbewerb fand als Hochbaurealisierungswettbewerb statt. Der Baubeginn ist für Ende 2018 geplant, die Fertigstellung für 2020. (mg)


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1. Preis: Winking Froh Architekten (Berlin)

1. Preis: Winking Froh Architekten (Berlin)

2. Preis: HPP Architekten (Düsseldorf)

2. Preis: HPP Architekten (Düsseldorf)

3. Preis: KSP Jürgen Engel Architekten (Frankfurt a.M.)

3. Preis: KSP Jürgen Engel Architekten (Frankfurt a.M.)

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