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01.08.2017

Holsten neu denken

Wettbewerb in Hamburg entschieden


Die Holsten-Brauerei bewirbt und schmückt sich mit dem derben Hamburger Charme, und tatsächlich ist der Bierhersteller bereits seit 1897 in Altona beheimatet. Vor drei Jahren verkündete jedoch der Carlsberg Konzern, seit 2004 Muttergesellschaft der der Brauerei, den technisch veralteten Standort an der Holstenstraße aufzugeben und die Produktion nach Harburg-Hausbruch umsiedeln zu wollen. Ein edler Zug, so scheint es, denn das 8,6 Hektar große Holsten Areal wird für den Wohnungsbau freigegeben – hier soll ein nutzungsgemischtes Quartier mit 2000 Wohnungen im Drittelmix (1/3 frei finanzierte Mietwohnungen, 1/3 geförderte Mietwohnungen und 1/3 Eigentumswohnungen) entstehen, dem mit der Verlegung des Bahnhofes Altona zum bisherigen S-Bahnhof Diebsteich eine neue, hohe Bedeutung zukommt.

In der zweiten Phase des nichtoffenen, städtebaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbes für das Gebiet konnte sich der Entwurf von André Poitiers durchsetzen. Der Hamburger Architekt ist kein Neuling in der Gegend: Schon 2010 gewann er den Wettbewerb zur Bebauung des Entwicklungsgebietes Neue Mitte Altona, das mit dem Einstellen des Bahnverkehrs zwischen den Gleisbetten entsteht. Als direkter Nachbar soll das geplante Holsten Areal nun nahtlos daran anknüpfen.

Die Preisträger in der Reihenfolge, in der die Jury um den scheidenden Hamburger Oberbaudirektor Jörn Walter sie kürte:
 

  • 1. Preis: André Poitiers, Hamburg, mit arbos Freiraumplanung, Hamburg
  • 2. Preis: Trojan + Trojan, Darmstadt, mit WGF Objekt Hirschmann - Lehner Landschaftsarchitekten, Nürnberg
  • 3. Preis: haas cook zemmrich STUDIO2050, Stuttgart, mit RAMBOLL /Studio Dreiseitl Landschaftsarchitekten, Überling
  • 5. Preis: Henning Larsen Architects, München/Kopenhagen, mit MAN MADE LAND, Berlin

Die Einreichungen von HPP Architekten (Düsseldorf), Allmann Sattler Wappner (München) mit Topotek 1 (Berlin), Oezen-Reimer + Partner (Bonn) mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Hamburg), COBE Berlin mit Christiane Sörensen Landschaftsarchitektin (Hamburg), pp a/s  – pesch partner architekten stadtplaner (Stuttgart) mit KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur (Krefeld) sowie von Dark Arkitekter (Oslo) wurden nicht prämiert.

An einem angemessenen Übergang zwischen der großformatigen Blockrandbebauung der Dreißigerjahre in Altona Nord und der von grünen Bändern durchzogenen Neuen Mitte versuchte sich jeder der eingereichten Entwürfe. Sie alle vermitteln in Dimensionen und Differenzierung ihrer Blöcke zwischen den beiden unterschiedlichen Nachbarbebauungen. Doch schafft es das zusammen mit arbos Freiraumplanung entwickelte Siegerprojekt am konsequentesten, den Grünzug des im Südwesten gelegenen Nachbarquartiers aufzugreifen und dramaturgisch bis zum Bahnhof Holstenstraße weiterzudenken.

Einige historische Bestandsbauten der Holsten-Brauerei werden dabei in die  Raumfolge miteinbezogen. Sudhaus, Holsten- und Juliusturm kommen – wie bereits in der Planung zur Neuen Mitte dem Bahnwasserturm oder dem Kopfbau des ehemaligen Güterbahnhofes als Solitäre im Park – die Rolle von „Identitätsträgern der städtebaulichen Entwicklung“ zu, so die Erklärung Poitiers. Mit dem Holstenhof-Ensemble spanne sich in Zukunft einen öffentlichen Raum auf, der bislang nicht erlebbar gewesen sei. Dem Juliusturm als Endpunkt der Parkanlage soll dabei besondere Aufmerksamkeit zuteil werden: Eine transparente Aufstockung markiert seine Sonderstellung und bietet zugleich Ausblicke auf das neue Quartier – vom Holstenareal über ganz Altona und Ottensen bis hin zur Elbe. (kms)

Die Siegerentwürfe der Phase Zwei sind im Rahmen des den gesamten Wettbewerb begleitenden Bürgerbeteiligungsverfahrens bis zum 4. August in den Zeisehallen, Friedensallee 7-9, 22765 Hamburg ausgestellt.
Öffnungszeiten: 11- 20 Uhr, Freitag, 4. August 11-16 Uhr


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1. Preis: Perspektive von der Neuen Mitte Altona ins Holstenareal, André Poitiers

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2. Preis: Perspektive auf Park und Sudhausensemble an der Haubachstraße, Trojan + Trojan

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3. Preis: Perspektive Holstenpark, haas cook zemmrich / STUDIO 2050

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4. Preis: Perspektive Grüne Mitte, ASTOC Architects and Planners

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