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11.01.2011
Keine Look-at-me-Architektur
Wettbewerb für Frankfurt-Bockenheim
Der „Kulturcampus Bockenheim“ in Frankfurt am Main gewinnt Gestalt: Nachdem Pläne für eine Büronutzung gescheitert sind, hat die Stadt auf Wohnungsbau umgesattelt. Für ein Baufeld nördlich des Bockenheimer Depots, gelegen an der Ecke Sophienstraße/ Gräfstraße, wurde bereits im Dezember ein anonymes Gutachterverfahren unter neun Architekturbüros entschieden – darunter auch bewusst drei „junge“ Büros. Es entstehen 130 Miet- und 70 Eigentumswohnungen, dazu 300 Tiefgaragen-Stellplätze und ein Supermarkt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 80 Millionen Euro. – Die Jury kürte diese Preisträger:
1. Preis: happarchitecture, Frankfurt
2. Preis: Stefan Forster Architekten, Frankfurt
3. Preis: Karl Dudler Architekten, Frankfurt
Der Investor wünschte keine „Look-at-me“-Architektur, sondern „eine sich ins nähere Umfeld harmonisch einfügende Gestaltung“. Die Typologien der gründerzeitlichen Nachbarbebauung in der Sophienstraße sollten aufgenommen werden.
Die Jury beurteilte den ersten Preisträger so: „Die Arbeit greift die Blocktypologie der Gründerzeitbebauung auf und folgt dem städtebaulichen Rahmenplan mit einer weitgehend geschlossenen Baustruktur. Die Gebäude umschließen einen ruhigen Innenhof, dessen Niveau in zwei Stufen zur umgrenzenden Bebauung hin angehoben ist und der begrünt wird. Die Blockstruktur wird an zwei Stellen aufgebrochen, im Norden durch eine breite Fuge und im Süden durch einen fünf Meter hohen Durchgang.
Unter der turmartig gerundeten Ecke befindet sich der Eingang zum Markt und auch der öffentliche Zugang zur Tiefgarage. Dieser bildet den ‚Auftakt zu einer Arkade‘, die nach Osten hin führt und am Durchgang zum Innenhof endet.
Positiv fällt bei dieser Arbeit insbesondere die klare Gliederung der Gebäudemasse, die sich auch in einer differenzierten Staffelung der Höhenentwicklung sowie in den Rücksprüngen der oberen zwei Geschosse ablesen lassen, auf. Die Jury lobt ausdrücklich den Vorschlag der Arkadenausbildung zum Depot und wertet diesen Ansatz als städtebaulich wertvolle Ergänzung zum Rahmenplan. Die differenzierte Gestaltung der Wohnungen zum Innenhof mit unterschiedlichen Freisitzen wird ebenfalls positiv hervorgehoben.“
Der Investor wird die drei Preisträger gemeinsam bitten, aus den Vorschlägen des Gutachterverfahrens ein Gesamtkonzept zu entwickeln und vorzulegen.
Auf Karte zeigen:
Google Maps
Zu den Architektenprofilen:
happarchitecture.
Stefan Forster Architekten
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