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13.07.2017

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Zwei Giebel gewinnen

Wettbewerb Rathaus Korbach entschieden


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Die Hansestadt Korbach liegt an der hessischen Grenze zu Nordrhein-Westfalen und hat rund 24.000 Einwohner. Sie will ihre Innenstadt attraktiver gestalten und das Rathaus aus dem Jahr 1377 um einen Neubau ergänzen. Dafür soll die Rathauserweiterung aus den 1970er Jahren abgerissen werden. Außerdem ist geplant, ein Fachwerkhaus in der Prof.-Kümmell-Straße 9 zu sanieren sowie die Stadtwache in der Stechbahn 5 um- und anzubauen. Das Raumprogramm umfasst rund 3.668 Quadratmeter Nutzfläche, 14,6 Millionen Euro Baukosten sind veranschlagt.

Im August 2016 hatte die Stadt einen zweiphasigen Wettbewerb ausgelobt. In der ersten Phase haben 133 Büros eine städtebauliche und bauliche Leitidee für das Rathausareal erarbeitet. 21 Teilnehmer wurden für die weitere Ausarbeitung des Entwurfs ausgewählt. Jetzt steht das Ergebnis fest:


  • 1. Preis (33.600 Euro) ARGE Christian Thomann Architekt, Rheine / heimspiel architekten, Münster
  • 2. Preis (21.000 Euro) Wagenknecht Architekten, Hamburg
  • 3. Preis (12.600 Euro) ARGE Jan Derveaux / Rimpau & Bauer Architekten, Berlin
  • Anerkennung (8400 Euro) Gerber Architekten, Dortmund
  • Anerkennung (8400 Euro) ARGE hofacht mks, Mnchen

Das Preisgericht unter Vorsitz von Ferdinand Heide stimmte mit großer Mehrheit für den Entwurf der ARGE Christian Thomann Architekt / heimspiel architekten aus Münster. Das historische Rathaus mit seinem markanten Giebel ergänzen die Architekten durch ein Gebäude mit zwei weiteren Giebeln – eine Praxis, die die Jury als „eigener, zeitgemäßer Ausdruck ohne Anbiederung“ umschreibt und die bei vergleichbaren Wettbewerben für historische Innenstädte derzeit oft erfolgreich ist. Zusammen mit dem Bestandsgebäude bildet der Vorschlag einen quadratischen Block, vor dem Rathauskomplex entsteht ein großzügiger Platz. Dieser gefiel der Jury ebenso wie die übrigen Durchwegungen und die Freiflächen. Das Bürgerforum in der Mitte des Gebäudes trage insbesondere „zur guten Orientierung bei“ und lasse „zusätzliche Aufenthaltsqualitäten für Besucher und Bedienstete erwarten“.

Wagenknecht Architekten (2. Preis) platzieren den Neubau in deutlichem Abstand zum alten Rathaus – so bleibt der Bestand als Hauptakteur erkennbar. Fazit der Jury: Durch geknickte Fassadenabfolgen entstünden sehr interessante Stadt- und Platzräume, die mit ihrer Ausformung – Enge, Geschlossenheit und Weite – Atmosphäre schaffen. Die verschieden geneigten Dachflächen vermittelten gemeinsam mit den Fassaden eine Skulpturalität, die das große Volumen kleiner wirken lässt.

Eine filigrane, strukturierte Holzkonstruktion charakterisiert den Anbau von Jan Derveaux / Rimpau & Bauer Architekten (3. Preis). Der Saal im Obergeschoss, so die Jury, habe eine große Attraktivität und kröne den Platz. Die lichtdurchflutete Architektur sei der richtige Ausdruck für ein zeitgenössisches Rathaus.

Die Stadt will die Pläne in den kommenden zwei bis drei Jahren umsetzen. Dabei soll auch das historische Rathaus saniert werden. (fm)


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Kommentare

9

peter | 17.07.2017 15:44 Uhr

@Auch ein dummer Architekt

sehen sie - alles hat wohl seinen sinn. auch ich wollte ursprünglich an dem wettbewerb teilnehmen. nach durchsicht der auslobung mit den von ihnen bereits genannten wahnwitzigen forderungen, nebst installation dieser speziellen 3d-applikation, in der jeder einzelne pflasterstein und blumenkasten der korbacher altstadt visualisiert waren und die dadurch meinen eigentlich nicht ganz altersschwachen rechner ziemlich in die knie gezwungen hat, habe ich dankend abgewunken. das schien alles derart überzogen und schikanös, dass mir fast schon zweifel an der seriosität des wettbewerbsbetreuers kamen...

die rechnung ging offenbar auf - vielleicht wären es bei einer anständigen auslobung 266 oder 399 "blöde" gewesen, die sich sie teilnahme angetan hätten.

8

Auch ein dummer Architekt | 16.07.2017 01:03 Uhr

Skandalös ...

... ist bei dem Wettbewerb nicht das Ergebnis, sondern "mal wieder" die Auslobung. In der 1. Phase wurden allen Ernstes gefordert:
_ Raumgenauigkeit im 1000stel (!), inkl. 12qm-Büros
_ 3 vorgegebene Perspektiven oder Modellfotos
_ physisches Einsatzmodell 1:500
Und welches Büro macht die Auslobung? Das der hessischen Kammerpräsidentin. Werte Frau Präsidentin, es ist Ihre Aufgabe, die Interessen des Berufsstandes zu vertreten – und nicht schwachsinnige Leistungen zu fordern, die für die Darstellung einer städtebaulichen Idee (und nur um die ging es laut Auslobung in der 1. Phase) völlig überflüssig sind. Leider ist das Büro trotz mehrfacher Rückfragen von Kollegen davon nicht abgewichen. Die lapidare Antwort auf die 3. Rückfrage dazu: Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass es möglich ist. Wenn mir ein Student einen Büro-Grundriss in 1:1000 bringt und daran die Raumaufteilung besprechen will, frage ich mich doch, ob der noch alle Tassen im Schrank hat.
133 Büros haben das mitgemacht – welche andere Berufsgruppe wäre so blöd?

7

Hans-Georg Bauer | 15.07.2017 01:22 Uhr

Raumprogramm

@ Chris, was ist denn unklar bzgl. Raumprogramm? Beantworte gerne Fragen was 3. Preis betrifft.

6

Chris | 14.07.2017 11:59 Uhr

Raumprogramm

Man muss sich schon fragen, wie und wo die Preisträger das geforderte Raumprogramm abgebildet haben. Wahrscheinlich hat hier niemand an seine eigene Auslobung geglaubt.

5

peter | 14.07.2017 11:35 Uhr

korbach

ein schöner erster preis, ich schließe mich dieser meinung an. und gratulation an die jungen kollegen. etablierte büros nehmen an offenen wettbewerben, zumal wenn sie mit derart vielen anforderungen daherkommen wie in korbach, vermutlich ungern teil.

und ja, vielleicht würde der eine oder andere kommentar mit klarnamen im absender anders aussehen - aber die narrenfreiheit der tarnkappe hat ja auch ihre (demokratischen) vorteile.

4

staubsuger | 14.07.2017 11:04 Uhr

Glückwunsch

Schöner Entwurf- Glückwunsch nach Rheine/Münster!
...dieses frustierte Rumgenörgel derer, die leer ausgegangen sind, ist wirklich traurig...

3

0815 Architekt | 14.07.2017 09:07 Uhr

Käse

Wieso Käse?
Das Bedarf schon einer Erläuterung - ich sehe hier nichts Besseres oder Schlechteres als im Durchschnitt. Der erste Platz ist für mich mit Abstand am Gelungensten. Gute Entscheidung! Pauschalkritik nervt!

2

staubwedel | 14.07.2017 08:23 Uhr

die guten büros ...

.. sind damit beschäftigt wettbewerbsergebnisse zu kommentieren.

1

staubmeier | 13.07.2017 16:18 Uhr

133 arbeiten ...


... und so ein "käse" kommt dabei heraus?

die guten büros haben wohl derzeit zu viel zu tun.

anders ist das nicht zu erklären.

 
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1. Preis ARGE Christian Thomann Architekt, Rheine / heimspiel architekten, Münster

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2. Preis Wagenknecht Architekten, Hamburg

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3. Preis ARGE Jan Derveaux / Rimpau Bauer Architekten, Berlin

3. Preis ARGE Jan Derveaux / Rimpau Bauer Architekten, Berlin

3. Preis

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