Prägnante Antworten zum Ort
Wettbewerb Parklandschaft Tempelhof geht in die 2. Phase
Was macht man mit einer riesigen Grünfläche mitten in der Stadt – vor allem, wenn diese die Ausmaße von über 500 Fußballfeldern hat und zuvor jahrzehntelang als Verkehrsflughafen genutzt wurde? Einen Park, eine ganze Parklandschaft! Doch wie soll so eine Landschaft, umgeben von Urbanität aussehen, wie soll sie gestaltet sein?
Diese Frage war Grundlage des landschaftsplanerischen Wettbewerbs „Parklandschaft Tempelhof“, der im März 2010 von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobt wurde. Insgesamt haben 78 internationale Architektenteams eine Antwort abgegeben; am Samstag wurde sechs Arbeiten ausgewählt, die laut Senatsbaudirektorin Regula Lüscher „prägnante Antworten zu dem Ort geben“:
- BASE Landschaftsarchitekten, Paris; anOtherArchitect, Berlin
- bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau, Berlin
- Capatti Staubach Landschaftsarchitekten Berlin; Christoph Mayer Architekt, Berlin
- gross.max Landschaftsarchitektur Edinburgh; Sutherland and Hussey, Architects, Edinburgh
- Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden; Rohdecan Architekten, Dresden
- Topotek1 Landschaftsarchitekten, Berlin; Dürig Architekten, Zürich
Die sechs Arbeiten, die nun in die zweite Phase gehen, wirken zusammen wie ein buntes Ideen-Potpourri. Während bbzl eine „Parkfassung“ um das „Wiesenmeer“ vorschlagen, haben Capatti Staubach ein Spannungsfeld aus Natur, Landschafts- und Agrarpark entwickelt. Topotek 1 verteilen monströse Kreuze in der Landschaft, die an die Vermessungskameratechnik der Luftfahrt erinnern sollen, und „als große Möbel im Verhältnis zur Größe des Parks die Möglichkeit schaffen, Sequenz und Raum auf der Fläche lesbar zu machen“. Die Franzosen von BASE schweben mit ihrem „Airpark“ zwischen Airpot und Park, ein dazwischen, das vielleicht eine „Landstadt“ werden könnte. Eine neue dynamische Figur, die den gesamten Ort umfasst, wollen gross.max etablieren, und Rehwaldt Landschaftsarchitekten verwandeln Tempelhof in ein „Offenland“. Hier sollen „Temploide“, das sind speziell geformte Ballone, jedem einen persönlichen Luftsprung oder Flugversuche ermöglichen.
Das Ergebnis des Wettbewerbes habe gezeigt, dass kein Entwurf alle Aspekte der Auslobung erfüllen könne, sondern dass Prioritäten gesetzt wurden, um charaktervolle Parkentwürfe zu präsentieren, erläuterte Lüscher das Urteil der Jury.
Die Senatsbaudirektorin ist durchaus zufrieden. Die Entwürfe der ausgewählten Projektteams bilden die Grundlage für eine offene Debatte über die Zukunft des Parks. Gemeinsam mit den anderen Wettbewerbsentwürfen sollen die ausgewählten Vorschläge voraussichtlich Ende August 2010 öffentlich ausgestellt werden. Die endgültige Entscheidung über das Konzept für die Parklandschaft fällt dann Mitte Dezember 2010. 2017 soll auf dem Gelände eine Internationale Gartenschau stattfinden.
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Das Gelände ist weitläufig genug, um eine Stadt in einer Stadt zu bauen!
Ein Ort für die Zukunft, der die Korrekturen der Fehler aus Vergangenheit und Gegenwart erfolgreich umsetzt. Ein Ort mit Anziehungskraft gewaltig genug, Menschen aus der Umgebung und aus aller Welt zu bewegen, neugierig zu machen und zu inspirieren.
Architektur
Einzigartige und vielfältige,verständliche Architektursprache.
Konzentration auf Einsatz von natürlichem Licht.
Angemessener und innovativer Umgang mit Raum zur Förderung des Sinnes für Gemeinwesen und -wohl.
Verbindende und kommunikationsfördernde Architektur
Nervt einfach nur noch. Es geht hier um einen Park und weder um Germania noch um Scheiss-Germania noch um das "unmenschliche Herrscherschloss am Schlossplatz" noch um "Nazi-Wumme".
Es geht nur um Gänseblümchen, Maiglöckchen und vielleicht ein paar Schafe.
Ich würde mir wünschen keinen Park anzulegen, da für die Pflege kein Geld da ist. Und ich das Flugfeld in seiner jetzigen Aura authentisch und spannend finde. Warum das ganze Areal nicht einfach mal so lassen. Warum immer alles etikettieren? Im Gebäude können Messen veranstaltet werden. Die Bundesregierung kann endlich (wenn sie geistig mal soweit ist) die letzten Ministerien aus Bonn im Haus unterbringen (ohne angebliche 5 Milliarden Umzugskosten). Und das Areal einfach mal so lassen wie es ist. Nächste Generationen wären darüber dankbar. Vielleicht wird Tempelhof auch wieder mal als Flughafen genutzt. Oder in 20 Jahren hat man hierfür wirklich eine sinnvolle Verwendung. Dieser Park ist Klimbim ohne Sinn.