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19.11.2015

Einsiedeln in Beton und Bekaa

Villa von Youssef Tohme in den libanesischen Bergen


Diese Architektur ist ein Resonanzraum für die Weite, Leere und Kargheit ihres Ortes: Inmitten einer rauen Felslandschaft, die nächste Stadt Byblos 70 Kilometer entfernt und den Berg Libanon im Rücken, steht eine Villa auf der Abbruchkante eines steilen Hangs. Ein Bauherr sucht hier, auf 1.200 Metern Höhe, die Natur, und Youssef Tohme (Beirut) rückt sie so nah wie möglich in die Architektur. Ein besonderer Ort, von dem bereits die Bauwelt 15.2015 berichtete.

Nähert man sich der Villa von Osten, so erscheint sie zunächst als niedrige Mauer aus Basalt. Steine aus der Bekaa-Ebene im Nordlibanon hat Youssef Tohme hier ohne Mörtel, wie es bei traditionellen Bauernhäusern in der Region üblich ist, aufgeschichtet. Doch nur an der Ostfront verwandte er diese Technik, der eigentliche Bau ist aus Beton. Einen besonders feinkörnigen Ortbeton wählten Bauherr und Architekt, der innen wie außen ohne Verputz oder weitere Verkleidung auskommt. Dabei hat Youssef Tohme die Konturen der Verschalung beibehalten, die der feinen Oberfläche, wohl auf die Kargheit der umgebenden Felslandschaft anspielend, rauer erscheinen lässt.

Die vier Meter hohen Räumen der Villa sind mit Blick auf das Tal ausgerichtet. Die klar geschnittenen Zimmer öffnen sich mit großen, auf die vollen Raummaße angepassten Fensterfronten zur Niederung. Nur vereinzelte, vertikale Fenstereinschnitte in den Wänden schaffen visuelle Bezüge zum Hof oder zur Bergflanke.

Die Villa steht auf einem U-förmigen Grundriss. Er umschließt einen großen Innenhof, der an seiner Außenkante von einer vier Meter breiten, 25 Meter langen Terrasse abgeschlossen wird. Kompromisslos fällt von dieser der Blick auf das Tal, bedeckt von einer breiten Dachscheibe. Ohne Geländer oder jegliche Abgrenzung geht die Terrasse in die Ebene des Bergplateaus über – „unmittelbar“ soll schließlich die Verbindung zwischen Architektur und Natur sein. (sj)

Fotos: Iwan Baan , Ieava Saudargaite


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