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08.02.2012
Auskragungen und Einschnitte
Villa von Baumschlager Eberle in der Schweiz
Der Ort, sogar der Kanton werden verschwiegen – zu reizvoll scheint die Lage, zu beneidenswert der Seeblick dieser Schweizer Villa von Baumschlager Eberle. Die privaten Bauherren wollen wohl vom (Architektur-)Tourismus verschont bleiben.
Die Hanglage des Grundstücks nutzt das Gebäude auf zwei Ebenen, die durch ein gemeinsames Atrium verbunden sind. Die Baukörper legen sich U-förmig um diesen Raum. Von einer Brücke auf der Eingangsebene und durch die raumhoch verglasten Fenster zum Atrium sind Blickbeziehungen bis in die Tiefe des Gebäudes möglich. Das zweite, dreiseitig umschlossene Atrium bildet das Rückgrat für die Nord-West-Ecke mit dem Wohnzimmer.
An der Nordfassade spielt die (mit 333 Quadratmetern sehr großzügige) Villa mit Geschlossenheit und Offenheit und macht den unterschiedlichen Grad der Privatheit der Räume dahinter ablesbar. Die Hauptrolle spielt hier aber eindeutig der Blick auf den See.
Der Übergang zwischen der Straße und dem Privatgrundstück ist geschickt gelöst: Zwei Wandscheiben – eine ist gleichzeitig die Grundstückmauer, die andere der Sichtschutz für den dahinterliegenden Pool – schaffen eine Art Zwischenzone bis zum eigentlichen Gebäude. Um sich nicht allzu hermetisch gegen die Nachbarn abzugrenzen, schauen die höheren Gebäudeteile über diese Trennwände hinaus.
Die Architekten beschreiben den Entwurfsprozess so: „Am Anfang war das orthogonale Volumen. Aus diesem wurde eine Form in der angemessenen städtebaulichen Dimension entnommen. Die Gebäudehülle wird durch gezielte Ausnehmungen, Auskragungen und Einschnitte – unter Berücksichtigung der Lage – definiert, um schließlich eine mäandrierende Ordnung zu finden, die auf das ruhende Volumen eine gewisse Dynamik überträgt. Am Entrée bereits entscheiden sich Bewohner und Benutzer, ob sie im Erdgeschoss verweilen oder eine Etage tiefer gehen wollen. Auf beiden Ebenen wird aus der Planung von ‚außen nach innen‘ eine Sequenz von Räumen abgeleitet, die ineinander übergreifen.“
Fotos: Roland Halbe
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