Hohes C
Villa in der Lombardei
700 Meter über Null, Blick auf die Stadt Lumezzane in der italienischen Provinz Brescia: Die Villa am Passo del Cavallo von dem ortsansässigen Büro CBA – Camillo Botticini Architetto erinnert an ein liegendes „C“, das sich von Westen nach Osten aus dem Berg heraus aufbaut. Auch die Höhe der Räume steigt in Richtung Osten und gipfelt in einem Dachzimmer mit Blick auf die Dolomit-Felsen durch eine große Fensterfront. Abgesehen von den großen Glasfronten ist die Villa überwiegend mit Holz und profilierten Kupferplatten verkleidet.
Es gibt zwei Möglichkeiten, in die Villa zu gelangen. Der einfachere Zugang ist die direkte Fahrt mit dem Auto in die Garage, die sich im Unterbau befindet. Von dort aus erreicht man mit dem Aufzug oder über das Treppenhaus die Hauptebene des Gebäudes. Der zweite Eingang liegt in dem nächsthöheren Geschoss. Dieser ist durch eine lange Treppe erreichbar, die sich von der Straße bis zum Haus über das Gelände schlängelt.
Die Architektur spielt mit den Himmelsrichtungen. Hat man das Erdgeschoss erreicht, steht man in einem großen Wohn- und Esszimmer, das sich von dem Ostflügel über den kompletten Hauptflügel zieht. Von hier kann man noch ein Stockwerk höher steigen und erreicht das Loft, dessen Besonderheit ein Dachfenster ist. Zurück im Wohnzimmer, blickt man sowohl nach Süden als auch nach Norden durch große Glasfronten – nach Süden in das Tal, nach Norden in einen Innenhof und noch weiter bis zu den Gipfeln der Dolomiten. Im privaten Flügel nebenan befinden sich drei Schlafzimmer und zwei Bäder.
Der Innenhof hat mit dem Schatten des Gebäudes zu kämpfen: Die Sonne kann lediglich durch die Glasfronten, die sowohl im Süden als auch im Norden die Fassade der Villa prägen, direkt in den Hof scheinen. Dagegen erweckt die trichterförmige Bauweise der Südfassade den Anschein, die Sonnenstrahlen einfangen und in das Haus weiterleiten zu wollen. (kh)
Fotos: Nicolo Galeazzi
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Volle Zustimmung Architekturkritiker OL
Emotion und Architektur ist und bleibt halt subjektiv!
less is more (auch an Aussicht)
Bild 4 lässt einen frösteln. Ja, schöner Ausblick. Der Rest ist mausetot.
Bild 13 lässt auf eine Wiederbelebung von Beuys hoffen, damit die Staubecke nicht zur Dreckecke, sondern zur Fettecke wird. Denn brauchbar ist eine solche Küche nicht. Es ist eher eine Frechheit, sowas als gute Architektur zu bezeichnen.
Oder anders gesagt: Diese Architektur hat nur noch da Qualitäten, wo der Begriff Architektur nicht mehr eine ganzheitliche Lösung bezeichnet, sondern auf Design als rein formale Angelegenheit reduziert ist. Mir ist das zu wenig. Viel zu wenig. Vor Allem viel zu wenig Lebenswert.