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17.02.2017

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Überhitzte Extravaganzen

Villa auf Kreta von tan


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Griechenland bleibt bei allen gesellschaftlichen Herausforderungen ein Land der privaten Wohnutopie, wie dieses Projekt beweist: Eine konsequente architektonische Extravaganz, die sich weder um Funktionen, noch um kleinliche Grundrissfragen schert. So scheint es jedenfalls, wenn man sich die Aufnahmen der Villa in Iraklio auf Kreta ansieht, die das Athener Büro tense architecture network (tan) vor Kurzem publiziert hat. Die pure Lust am Beton, an der Modellierung des Raums, an schnittigen Formen, scharfen Kanten, an großen Gesten, am dramatischen Spiel von Licht und Schatten lebt hier auf, als ob nichts gewesen wäre. Irgendwo zwischen neureichem Protz und einem unbedingten Glauben an die Möglichkeiten der Architektur scheint dieses Haus verortet, das zu bewohnen sicherlich ein Erlebnis für sich ist.

Das alles dominierende Element des Hauses ist ein massiver, konkav nach Süden gebogener Betonblock, der über den darunter liegenden, olivgrün gestrichenen Bauteilen liegt. Dieser Riegel ist jedoch nur das oberste von insgesamt vier Geschossen, über die sich das Haus für eine junge Familie mit zwei Kindern erstreckt. Die tieferen Ebenen liegen im doppelten Wortsinn im Schatten – was angesichts der starken Sonneneinstrahlung dezidiert gewünscht ist. Dementsprechend ist auch die Biegung und Geschlossenheit des Betonriegels zu verstehen, der über Einschnitte an den beiden Ecken nur die morgendliche und abendliche Sonne von Osten beziehungsweise Westen in das Innere lässt.

So luxuriös das Hauses von außen wirkt, so verschwenderisch ist schließlich auch sein Raumprogramm. Im weißen Riegel liegt nämlich lediglich ein großzügiges Schlafzimmer, das an den beiden Enden in zwei geschützte Freiräume übergeht. Einer dieser beiden Patios öffnet sich durch den dramatischen, runden Einschnitt zur Landschaft, im zweiten findet sich ein kleiner, intimer Pool. Ein weiteres Schlafzimmer liegt aber auch zwei Ebenen tiefer im halb eingegrabenen Sockelgeschoss. In der Ebene dazwischen befindet sich der Wohnbereich. Um die Bewohner dieses weitläufigen Hauses im Alltag nicht zu ermüden, wurde sogar ein Lift eingebaut, sodass man von der Tiefgarage mit integrierter Drehscheibe direkt bis zum kleinen Pool ganz oben fahren kann.

Nach Nominierungen in den Jahren 2013 und 2015, haben es die Architekten mit ihrer extravaganten Villa in Kreta auch in diesem Jahrauf die Shortlist des Mies van der Rohe Award geschafft. (gh)

Fotos: Petros Perakis


Kommentare

6

Architekt | 01.03.2017 21:55 Uhr

Less is more

Geld- und Baukultur-Vernichtungsmaschine. Hin und wieder sollte man an den berühmten Satz von Mies van der Rohe denken ....

5

Architekt | 18.02.2017 16:11 Uhr

Präsentation

Projekte ohne Grundrisse sollten gar nicht mehr präsentiert werden, besonders wenn sie so "speziell" sind.

4

eon | 17.02.2017 19:47 Uhr

...

Grundrisse wärennett

3

nordlicht | 17.02.2017 17:10 Uhr

wie heisst es so schön:

Viel Schlimmes wäre durch weniger Geld verhindert worden....

2

gnächt | 17.02.2017 16:26 Uhr

gefällt

mir!

1

staubmeier | 17.02.2017 16:24 Uhr

viel ...


... lärm um nichts.

das äußere lässt aufhorchen.

doch beim betrachten des inneren

verdient es nicht mehr respekt als ein flaschenöffner.

 
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