Sichtbeton mit Aussicht
Tadao Ando-Wohnhaus in Sri Lanka
Neue Gebäude von Tadao Ando besitzen mittlerweile Seltenheitswert. Eine der selten gewordenen Fertigstellungen lässt sich jetzt jedoch aus Sri Lanka vermelden. Hier hat der japanische Architekt gerade die Arbeit an einem weitläufigen Wohnhaus beendet, ohne allerdings selber jemals vor Ort gewesen zu sein.
Der Neubau befindet sich an einer von Palmen gesäumten Steilküste auf der Südseite der Insel im Indischen Ozean. Das Gebäude verteilt sich auf drei Flügel, die in ihrer Mitte einen Innenhof mit dem Treppenhaus formen. Zwei der Flügel, beide dreigeschossig, beinhalten Schlafzimmer und Studioräume, im dritten, zweigeschossigen, befinden sich Wohn- und Essräume.
Alle Gebäudeflügel sind mit ihren Stirnseiten dem Meer zugewandt, so dass sich aus den Innenräumen spektakuläre Blicke auf den Ozean ergeben, eingefasst von „andoesken“ Sichtbetonrahmen.
Fotos: Edmund Sumner
Beiträge über Gebäude von Ando hierzulande gibt es im Baunetz Wissen Beton, u.a. über das Museum der Langen Foundation und das Musikerhaus auf der Insel Hombroich sowie das Steinskulpturenmuseum in Bad Münster.
Letzeres ist außerdem ausführlich in der BAUNETZWOCHE#187 beschrieben.
so ganz unvoreingenommen und nach einer kleinen rundreise durch das land kann ich nur sagen, dass das haus auf jeden fall hervorsticht aus dem, was dort sonst so gebaut wird in jüngster zeit... ja, ich finde es sogar ziemlich cool!
Wer so wohnen will bezahlt ihn genau dafür. Ich will keinen Ando um Plüsch zu sehen. Dementsprechend finde ich eher die Kritik am Beton und der Angemessenheit irritierend. Und ja.....selbst große Namen sind nie unantastbar.
Die Details erscheinen mir wie immer bei Ando, wohl überlegt und durchdacht. Wieder einmal Hut ab vor einem Meister! Leider baut er nur noch wenig.
es ist doch wohl klar, dass man, je bekannter der autor des werkes ist, umso genauer hinschaut. immerhin dürfte bei der gesammelten erfahrung ja auch ein besseres werk zu erwarten sein, als von unerfahrenen kollegen. immerhin, der ruf, der einem vorrauseilt, hebt natürlich die messlatte. es ist klar, dass ando unantastbar ist. aber was, wenn man das werk ohen berücksichtigung des großen namens bewertet? dann stellt sich für mich die frage der angemessenheit der räume und der materialwahl. die innenräume haben wechselnd musealen und sakralen charakter. angemessen zum wohnen? und, wenn man den meister wieder einblendet: warum immer dieselben tricks, warum immer ando=sichtbeton? könnte man mies oder corbusier so reduzieren? nein! die zeit der meister ist vorbei...