Evolver am Matterhorn
Studenten errichten Plattform aus Holz
„alice studio“ ist hier keine Telefonfirma, sondern ein Zusammenschluss von Studenten der Ecole Polytechnique Fédérale in Lausanne (EPFL). Und der dreieckige Berg im Hintergrund heißt auch nicht Toblerone, sondern Matterhorn. Am Fuße dieses Schweizer Symbolbergs, am Ufer des Stellisees, haben die jungen Entwerfer eine begehbare, spiralförmige Aussichtsplattform errichtet. Das „Evolver“ genannte Objekt soll die Naturbeaobachtung auf eine „neue und verantwortliche Art“ ermöglichen.
24 Holzrahmen tragen eine kontinuierlich ansteigende Rampe, die eine 720-Grad-Drehung beschreibt. Die Aussichtskanzel ist dabei „vollständig den Elementen ausgesetzt“; sie ist „ganzheitlich experimentell“ und „gut mit der Landschaft verbunden“, so die Studenten.
Die vorgefertigten Holzrahmen wurden mit einem Hubschrauber auf die Alm transportiert. Ob das Objekt dort dauerhaft stehen bleiben soll, wurde nicht mitgeteilt.
ich bleibe bei meiner meinung, das es in erster linie mit kommunikation zu tun hat. einen "qualitätsunterschied", den man an ländergrenzen ausmachen kann, kann ich beim besten willen nicht sehen. auch die frage der "originalität" scheint mir anlässlich sich ständig wiederholender, rein formaler wellen, die von scharen von studenten kopiert werden, eher kritisch. (es sind ja dann doch immer wieder die funktionslosen pavillons die dann bei grasshopper-spielen herauskommen) ich spare mir an dieser stelle eine aufzählung, welche guten deutschen büros gerade in letzter zeit wieder gut im ausland "im geschäft" sind. ebenso wie ich es mir spare, eine lanze für diejenigen zu brechen, die gutes kitas planen, weil es eh in dieser diskussion im sande verlaufen würde. im übrigen gibt es genausoviel pritzkerpreisträger aus dänemark, österreich, den niederlanden, spanien etc. wie in deutschland, nämlich jeweils einen. dem gesetzt der statistik zu folge also alles noch normal verteilt und kein grund um sich sorgen zu machen... ich denke, damit ist genug gesagt.
alles eine sache der selbsdarstellung und -vermarktung, und die funktioniert sowohl in der schweiz als auch in den niederlanden eben ganz gut. würde sogar soweit gehen, dass die architekten dort nicht besser oder schlechter als anderswo sind. aufgrund einer besseren lobby und eines stärkerem zugehörigkeitsgefühls findet in diesen ländern einfach eine bessere, weil geschlossenere und offensiverer, architekturkommunikation nach aussen statt. thats it. entspricht wohl nicht dem geiste der deutschen. da könnte man die kritik ansetzen. an einer diskussion über "weltränge" sicherlich nicht. (und ja, wir sollten uns eine diskussion über diesen begriff wirklich sparen, weil er leider nichts weiter als populistisch ist.) (wobei eine diskussion darüber, welches land welche architekten hervorbringt in einer globalisierten welt wie unserer eh ein wenig out of date ist.)
Bleibt jedem selbstüberlassen da nun hineinzugehen oder nicht und vielleicht ist es temporär, was ich gut fände wenn Installationen an unterschiedlichen Orten für eine Weile den Blick fokusieren. Temporär auch da es keine Schutzhütte oder eine den Blick erst ermöglichende Aussichtsplattform ist. Die Besucherlenkung im Sommer finde ich über die Wanderwegbeschilderung schon sehr gut umgesetzt. Denke das der Wintersport weitaus grössere Probleme bereitet. Es nervt etwas die Kleinstaaterei hier, die sich selbst an einem Holzammonit-pavillion entzündet. Denke die regionale Häufung von 'weeeeltberühmten' Architekten ist bedingt durch eine Reihe von Faktoren wie gute Ausbildung usw. und schwankt aber auch phasenweise.