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11.12.2015

Archaik in Putz und Basalt

Stadthaus von Max Dudler bei Zürich


Mittlerweile gibt es viele Dudler’sche Rasterfassaden: die feingliedrige, die gespreizte, die regelmäßige oder die unregelmäßige, die aus Muschelkalk, aus Backstein oder Sichtbeton. Das Raster des Limmathofs im schweizerischen Dietikon lässt sich als archaisch beschreiben. Kräftig ausgeformte Träger betonen die Tektonik des neuesten Baus von Max Dudler (Zürich, Berlin, Frankfurt/Main). Flach angeschrägte Laibungen verbinden die Pfeiler mit den eingesunkenen Fenstern. Als Sockel hervorgehoben ist das Erdgeschoss mit seiner Verkleidung aus dunklem Basaltgestein. Die oberen Etagen sind mit einem grobkörnigen anthrazitfarbenen Putz versehen.  

Die altertümliche Erscheinung dieses Baus entwickelt sich auch aus der gedrungenen Gebäudekubatur. Die sieben Stockwerke des in die Breite gedehnten Baus erwecken die Vorstellung eines „monolithischen Steins“, so beschreibt es das Büro, aus dessen „Masse die Öffnungen gewissermaßen wie mit dem Meißel geschlagen wurden“. Bei den markanten Fensterlaibungen soll sich Dudler an der Architektur des traditionellen Engadiner Hauses orientiert haben. Die Grundrisse sind nach dem Prinzip des Durchwohnens strukturiert, die Haupträume der 2,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen gehen zum Teil über die gesamte Gebäudetiefe.

Die historischen Bezüge passen zum städtebaulichen Umfeld dieses Dudler-Baus: Als letztes von elf Baufeldern bildet der Limmathof den Abschluss eines Masterplans, den Hans Kollhoff mit dem Vokabular der „traditionellen“ europäischen Stadt des 19. Jahrhunderts entworfen hat. Das Wohn- und Geschäftshaus von Max Dudler bildet zusammen mit einem Wohnhochhaus von Huggenbergerfries Architekten und einem Altenpflegezentrum von Harry Gugger Studio ein blockartiges Gebäudeensemble. (sj)

Fotos: Stefan Müller


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