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11.08.2011
Universiade Shenzhen
Sportzentren von gmp in China eröffnet
Deutschland, Südafrika, Brasilien, Indien, Osteuropa und immer wieder China – bald können gmp mit ihren Stadienbauten ein ganzes Quartettspiel füllen. Erst im Juli ist ihr neues Schwimmstadion in Shanghai eingeweiht worden (siehe BauNetz-Meldung vom 19. Juli 2011). Heute werden in der südchinesischen Stadt Shenzhen gleich zwei weitere neue Sportstadien von den Architekten gmp von Gerkan, Marg und Partner eröffnet: das Universiade Sports Center und das Bao’an Stadion (siehe BauNetz-Meldung vom 5. Dezember 2006), die gmp beide in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren Schlaich Bergermann und Partner realisiert haben. Ab heute sind die beiden neuen Stadien im Perlfluss-Delta Austragungsort der diesjährigen Sommer-Universiade, der Weltsportspiele der Studenten.
Das Universiade Sportzentrum besteht aus dem Hauptstadion mit einer Gesamtkapazität von 60.000 Zuschauern sowie einer Multifunktions- und einer Schwimmhalle. Die Architekten haben in dem hügeligen Landschaftspark am Fuß des Berges Tong Gu Ling ein Ensemble aus kristallinen Formen platziert. Ein künstlicher See verbindet das Stadion mit der kreisförmigen Multifunktionshalle im Norden und der rechteckigen Schwimmhalle westlich davon, während der Park mit typischen Elementen eines traditionellen, chinesischen Gartens gestaltet wurde. Wasserläufe und Pflanzen sollen, sop die Architekten, Bewegung und Entwicklung symbolisieren. Kristalline Strukturen in Form von Steinen und Felsen sollen Kontinuität und Stabilität repräsentieren.
Dach und Fassaden sind aus einem dreischichtigen Stahlfaltwerk auf Basis dreieckiger Flächen konzipiert. Die äußere Fassadenschicht ist eine transluzente Verglasung aus dreieckigen VSG-Scheiben bzw. Polycarbonat-Platten. Die innenliegende, ebenfalls transluzente Membran-Schicht erfüllt die Anforderungen an Verschattung und Akustik und dient als Reflektionsfläche für die Fassadenbeleuchtung. In dem Zwischenraum befindet sich die gefaltete primäre und sekundäre Stahlkonstruktion. Außerdem ist der Großteil der technischen Installationen in diesen Bereich integriert.
Das für 40.000 Zuschauer konzipierte Stadion im Stadtteil Bao’an ist als Leichtathletikstadion konzipiert, wird aber während der Universiade 2011 für die Austragung der Fußballspiele genutzt. Für die Gestalt der 245 Meter langen und 40 Meter hohen Arena standen die Bambuswälder Südchinas Pate. Schlanke Stützen tragen die Stadionränge und die weitgespannte Dachkonstruktion.
Durch einen „Wald“ aus Stahlstützen tritt der Besucher in den Umgang des Stadions, der zu den Treppen des Oberrangs führt oder direkt zur unteren Tribüne. Das Bild des Bambuswaldes entsteht durch einen zweireihigen Ring aus Stahlstützen, bei denen sich jede zweite Stütze der inneren Stützenreihe mit der Betonstruktur des Oberrangs verbindet und vertikale Lasten der Zuschauertribünen trägt. Die bis zu 32 Meter langen Stahlrohre sind in ihrem Durchmesser der unterschiedlichen statischen Belastung angepasst und variieren von 55 bis 88 Zentimeter.
Für die Überdachung der Zuschauerränge wurde ein mit Membran bespanntes Seildach mit innerem Zugring und radialen Speichen gewählt. Das Dach mit einem Durchmesser von 230 Meter und einer Auskragung von 54 Meter auf jeder Seite der Tribünen wird durch 36 radiale Seilpaare gebildet, deren Vorspannung über einen doppelten Zugring aus Litzenbündeln über dem Spielfeld kreisförmig zusammengeschlossen wird.
Alle Fotos: Christian Gahl
Zum Thema:
Download der Baunetzwoche#173 „WM 2010 – Die neuen Stadien in Südafrika“
Beiträge über die südafrikanischen Stadien Moses Mabhida und Green Point im Baunetz Wissen.
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Zu den Architektenprofilen:
gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner
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