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06.10.2017

Sein und hätte sein können

Sporthalle von Auer Weber in München


Die Herleitung von Entwürfen ist in der Architektur eine ganz eigene Kunst. Oftmals im Nachgang zum eigentlich kreativen Prozess werden da vermeintlich zwingende kausale Zusammenhänge für (die) eine architektonische Lösung konstruiert.

Das ist das Erfrischende an der Entwurfsbeschreibung von Auer Weber Architekten für den Neubau der Sporthalle des Städtischen Adolf-Weber-Gymnasiums in München, einem ebenfalls erfrischend klaren Entwurf: Sie beginnt erst einmal damit, wie die Sport- und Multifunktionshalle auch hätte aussehen können. Dass sie all ihre vielfältigen Funktionen – neben Sport zählen dazu Theater, Versammlungen, Konzerte oder Feste – klar nach außen hätte abbilden können, frei nach dem Motto: What you see is what you get.

Nicht dass die Architekten keinen eigenen Entwurfsansatz verfolgten. Für sie ist Multifunktionalität jedoch eng mit dem Begriff der Neutralität verbunden: „Ein Gebäude kann dann am besten zur Plattform für unterschiedliche Aktivitäten werden, wenn es diesen einen klaren, aber auch zurückhaltenden architektonischen Rahmen gibt.“ Und so haben sie eine schlichte und schöne Halle entworfen, die sich nicht aufdrängt, aber aufgrund ihrer Größe dennoch einprägsam ist. Das Volumen des Dachtragwerks schwebt über dem fast vollständig verglasten Erdgeschoss und erlaubt die Sichtverbindung vom öffentlichen Raum zum Schulhof und vor allem auch in die Hallenbereiche. Besonders die Sporthalle im Untergeschoss profitiert von dieser Fassadeneinteilung, sie wirkt lichtdurchflutet und ist eng mit der umgebenden Landschaft verbunden.

Der Neubau ersetzt eine bestehende Sporthalle von 1965, welche gemeinsam mit dem Hauptgebäude des Gymnasiums errichtet wurde. Auf 4.130 Quadratmetern Bruttogrundfläche bringt das Gebäude nun eine Einfachsporthalle im Erdgeschoss und eine Dreifachsporthalle im Untergeschoss mit insgesamt 600 Besucherplätzen unter, außerdem eine Dienstwohnung im Obergeschoss. Neben all der schlichten Klarheit finden sich auch spielerische Details: So wurde im Rahmen der Farbgestaltung etwa das dunkle Gelb des Sporthallenbodens für die perforierte Trapezblechverkleidung des Daches, die gelb hinterlegt wurde, aufgegriffen. (kh)

Fotos: Aldo Amoretti


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Zu den Architektenprofilen:

Auer Weber


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