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11.08.2017

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Norwegische Inselliebe

Sommerhaus von Lund Hagem


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Auf einer kleinen Insel aus dicken, vom Meer rund gewaschenen Steinen, nur mit einem Boot zu erreichen, versteckt sich das Lille Arøya House aus Holz und Glas. Lille Arøya heißt die Insel vor der Küste Südnorwegens, auf der das 75 Quadratmeter große Haus liegt. An guten Tagen kann man mit etwas Glück über den Skagerrak bis zur dänischen Küste schauen.

Vorher gab es ein kleines Sommerhaus auf dem Kamm der Insel. Die Familie aber wünschte sich einen neuen Rückzugsort, ein Gebäude, das mit diesem besonderen Ort eine Verbindung eingeht. Wenig überraschend betraute sie den Architekt Lund Hagem (Oslo) mit der Planung. Er hat ein Faible für spezielle Hausformen an speziellen Orten, im Frühjahr erhielt das von ihm geplante Haus Knapphullet eine Auszeichnung beim Häuser-Award. Hagem entwarf einen Baukörper, der mitten zwischen die Felsen platziert wurde. Diesmal jedoch auf eine niedrigere Felsenfläche an die Spitze der Insel. Einmalige Aussicht inklusive.

Der aufgeständerte Baukörper hat zwei Teile: einen flachen, zur Insel orientierten, in dem die Schlafräume und Bäder untergebracht sind, und einen, der sich zum Meer orientiert. Dank einer höheren Decke und viel Glas entsteht in jenem Koch-, Ess- und Wohnbereich das Gefühl von Weite und Offenheit, ein Gefühl von Verbundenheit mit den Elementen.

Unverkleidet raue Schnittholzkiefer strukturiert den Bau außen wie innen. Brettschichtbalken überspannen die Räume, Stahlsäulen verleihen Stabilität – direkt in den Fels gebohrt tragen sie den Baukörper. Im flachen Bereich besteht der Bau aus einer Pfosten- und Balkenstruktur, während das hohe Dach freitragend und über Querstreben mit dem Fels verbunden ist. Das Dach und die der Terrasse abgewandte Seite sind mit schwarzem Ruß bemalt – als wäre das Sommerhaus nur ein weiterer Findling auf Lille Arøya. (kat)

Fotos: Alexander Westberg, Ivar Kvaal Hytter


Kommentare

10

Öky | 15.08.2017 17:49 Uhr

@solong

Und beim Fussball bewertest Du nur Ronaldo oder was?

9

solong | 15.08.2017 13:39 Uhr

... schon erstaunlich ...

... das diese architektonisch ... in allen aspekten ... sehr gelungenen ... 75 m2 ... auf irgendeiner kleinen insel ... völlig unbedeutend ... hier eine ..."ökoethik"- grundsatzdebatte auslöst ... im nordparzifik schwimmt zurzeit eine ... plastikinsel ... aus euren leeren verpackungen und pet-flaschen in der größe von ca. 15.000.000.000.000,- m2 ... also rund 1,5 x so groß wie europa ... und ihr "schwätz" hier über 200 m2 in anspruchgenommen idylle ... ?

8

Thomas | 14.08.2017 15:43 Uhr

@Panzerkatz

Danke für den intelligenten Kommentar bzw. die Zusammenfassung. Wenn man sieht was es alles hier zur Veröffentlichung einer Meldung schafft und welche Texte dazu herangezogen werden, ist die Redaktion allerdings wohl weniger als eine Redaktion im Sinne eines kuratierenden bzw. filternden Elements zu begreifen.

7

Kontext | 14.08.2017 14:50 Uhr

Illusion der unberührten Natur

Vor aller Kritik ist es angebracht den Standort im geografischen Kontext zu betrachten.
Bild Nr 17 lässt einen bereits erahnen, dass das Haus nicht fernab jeglicher Zivilisation im Nirgendwo steht. Es ist super vorteilshaft fotografiert, ist aber nur eines von vielen, sehr vielen Häusern vor Ort. Man befindet sich in recht gut besiedeltem Gebiet.
Einen Steinwurf von der Insel weg sind 3 Steinbrüche mit locker der 3fachen Inselgröße. Das wäre doch mal ein Ansatz zur Kritik am dortigen Umgang mit der Natur und nicht ein behutsam errichtetes Ferienhaus auf einer Insel mit noch mehr Ferienhäusern drum herum.

6

JH_LND | 14.08.2017 14:46 Uhr

Bauplatz

Ich hatte selbst schon mit dem Architekturbüro Lund Hagem zu tun und weiß daher, dass in Norwegen das Baurecht ziemlich streng ist, was das Bauen in der freien Natur angeht. Bei dem Projekt, das ich näher kenne, durfte nur deshalb gebaut werden, weil dafür ein bestehender Schuppen abgerissen wurde; der Neubau durfte nur die bisher schon bebaute Grundfläche einnehmen . Wie es sich hier verhält, weiß ich jedoch leider nicht...

5

Klappstuhldachs | 14.08.2017 13:22 Uhr

Kompliment an den Fotografen

Die Diskussion hier hat ihre Berechtigung und ich möchte mich meinen Vorrednern auch anschließen, sie scheint für dieses Objekt aber ins Leere zu laufen. Wenn man den Lageplan betrachtet, scheint es sich um die letzten Claims in der Gegend zu handeln und man kann dem Fotografen ein Lob aussprechen, dass er die Gegend so unberührt scheinen lässt.

4

André S. | 14.08.2017 11:49 Uhr

Privatisierte Natur

Stimmt @Urlaubsflüchtling ,

hier geht es nicht mehr um die Qualität der Architektur an sich, sondern um immer mehr verlorenen Naturraum der kapitalwirksam vermarktet wurde - und eigentlich frei zugänglich sein sollte.

Wenn es hoch kommt, wohnen diese Privatpersonen doch höchstens 2-3 Mal im Jahr dort und um ihre "Freunde" zu beeindrucken.

Wir sollten unsere Freiheit (damit meine ich die freie Zugänglichkeit von Naturraum) mehr schützen und dem Geld an dieser Stelle keine Chance geben.

Ich war im letzten Jahr in Neuseeland. Da ist jeder Wald eingezäunt. Wollen wir das?

3

Panzerkatz | 14.08.2017 11:17 Uhr

@Ein Hedonist, @Urlaubsflüchtling

So ganz ist die Argumentation des Urlaubflüchtlings ja nicht von der Hand zu weisen. Die Sehnsucht in unserem Teil der Welt nach möglichst unberührter Natur ist groß - nämlich vom Menschen unberührt. Dass ein Stück davon verloren geht, sobald ein Ort wie der hier vorgestellte, besetzt wird, ist zwar eine Binsenweisheit - aber doch wahr. Auch dass an einem solchen Ort eine Baugenehmigung erteilt wird, ist mehr als fragwürdig. Vordergründig geht es hier in den Beiträgen meist um die Vorstellung von Architektur und die Beurteilung ihrer Qualität, von daher ist die Empörung des Hedonisten über den Müll nachvollziehbar - aus anderem Blickwinkel handelt es sich auch um eine Hinterlassenschaft des Menschen an einem bisher unberührten (?) Ort.

Ich fürchte, man kann sich als Architekt nicht nur aufs Gestalterisch-Konstruktive zurückziehen - allerdings: Wer vermöchte einer solchen Aussicht widerstehen - als vermögender Bauherr (auf die vermeintlich unberührte Natur) und als ambitionierter Architekt (auf eine spannende Aufgabe, das Honorar und das Renommé)?
Man machts, weil mans kann - das Ego lässt grüßen.

Hier sind beide, Bauherr wie Architekt, derselben anmaßenden Ansprüchlichkeit aufgesessen - da hilft denn auch nicht, dass man schon schlechtere Häuser gesehen hat.

Ich stelle in Frage, ob über solche Projekte tatsächlich berichtet werden muss - denn auch die Redaktion kann sich der oben beschriebenen Crux nicht entziehen.

2

Ein Hedonist | 13.08.2017 13:00 Uhr

@Urlaubsflüchtling

Von Müll kann hier wohl kaum die Rede sein. Was ist denn daran fragwürdig ? Fragwürdig finde ich eher, dass jemand in Zeiten der Wohnungsnot Airbnb empfiehlt...

1

Urlaubsflüchtling | 11.08.2017 18:48 Uhr

Ferienunterkünfte als fragwürdige Kontrapunkte zur Natur

Ja, es fällt schon auf, dass immer mehr wohlhabende Bauherren und deren Architekten an immer mehr schützenswerten Orten überall auf der Welt ihre Duftmarken hinterlassen. Mal was von Mies van der Rohes berühmtem Satz gehört? ... Nicht nur weniger - nein nichts - wäre mehr.

Macht Ferien in den Millionen von Airbnb-Locations, anstatt die Natur vollzumüllen. Und wenn schon eine Bleibe, dann bitte eine, die die nächste Generation wieder vollständig demontieren kann ......

 
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