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09.08.2017

Acht Verwegene

Shortlist für DGNB-Nachhaltigkeitspreis veröffentlicht


Man sollte meinen, dass im Jahr 2017 die Dringlichkeit einer nachhaltigen (Bau-)Kultur und die transformativen Kräfte von Leuchturmprojekten längst Konsens seien. Zumindest bei der theoretischen Beschäftigung mit ökonomisch, ökologisch und sozial regenerativen Konzepten sollte also auch die Politik keine Berührungsängste zeigen. Merkwürdig antiquiert mutet hingegen das Geleitwort zum wichtigsten deutschen Preis für Nachaltigkeit an, den die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Kooperation mit Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen initiiert und seit 2013 bereits viermal vergeben hat: Man solle den auf den ersten Blick verwegen und utopisch wirkenden Nachhaltigkeitsprojekten mit Neugier begegnen und ihnen eine Chance einberaumen, so der Schirmherr des DGNB-Preises, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Diese Affirmation eines noch immer vorsichtigen Umgangs zeigt, dass Auszeichnungen wie eben der in diesem Jahr zum fünften Mal verliehene DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ durchaus Sinn machen, und auch die Bekanntgabe ihrer Shortlisten es wert sind, öffentlich diskutiert zu werden. Aus rund 50 Bewerbern – Architekten, Bauherrn oder Gebäudenutzern, die jeweils eine Teilnahmegebühr von 290 Euro entrichteten – wählte die Jury um Martin Haas, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, acht nominierte Projekte aus:



Die Projekte, so die Jury, hätten vorbildhaften Charakter und spannten eine große Bandbreite auf: Sie lieferten intelligente Lösungen für bezahlbaren Wohnraum, starke Konzepte für urbane Quartiersentwicklung sowie rurale Strukturfestigung, leisteten Pionierarbeit sowohl in der Einbindung partizipativer Strategien in Planungsprozesse als auch in der Kombination vom Sozialem, Klimaschutz und Ökonomie durch Bauherrenengagement. Den Anspruch der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz verbänden sie mit architektonischer Qualität, Nutzerkomfort, städtebaulicher Identität und baukulturellem Feingefühl.

Aus den acht Nominierten wird eine weitere Jury unter Vorsitz von Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, in einer zweiten Runde im September drei Finalisten und das Siegerprojekt küren. Die Entscheidung wird am 8. Dezember in Düsseldorf zum Tag der Nachhaltigkeit verkündet. Auf der groß aufgezogenen Ehrengala werden neben den Gewinnern der Sparte Architektur auch die Sieger der weiteren Nachhaltigkeitspreis-Rubriken – Forschung, Produkte, Kommunen und Unternehmen – honoriert, ein Preisgeld ist mit der Auszeichnung nicht verbunden. (kms)


Zum Thema:

www.nachhaltigkeitspreis.de


www.preis-nachhaltiges-bauen.de


Objekte bei Baunetz Wissen: die Unternehmenszentrale 50Hertz in Berlin, das Rathaus in Bissendorf und der HVB-Tower in München


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