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http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Schwimmstadion_in_London_von_Hadid_fertig_2288883.html

22.08.2011

Bremsklötze an der Felge

Schwimmstadion in London von Hadid fertig


Die Spielstätten für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London nehmen Schritt für Schritt Form an. Noch sieht die Großbaustelle vor allem aus wie ein weites Ödland, aus dem ab und an Gerüste oder auch schon (halbwegs) fertige Stadien ragen (siehe BauNetz-Meldungen zum Velodrom und zum Basketballstadion), aber das soll ja auch so sein: Bis zur Eröffnung am 27. Juli wird noch viel Erde umgepflügt werden müssen, bis der Olympiapark seine endgültige Form erreicht haben wird.

Seine feierliche Eröffnung hat vor kurzem auch das Schwimmstadion von Zaha Hadid Architects erlebt. Städtebaulich sitzt der Neubau am südöstliche Ende des Olympiageländes, an den Stadtteil Stratford angrenzend und durch einen Themse-Kanal von den anderen Olympiastätten getrennt. Mehrere Brücken werden das Stadion mit dem Olympiapark auf der einen Seite und mit Stratford auf der anderen Seite verbinden. Die Fußgängerbrücke nach Stratford wird dabei einer der Haupteingänge zum Olympiapark. Der Platz vor dem Stadion, wo die Brücken zusammen kommen, wird also von sehr vielen Besuchern frequentiert werden.

Das passt ja auch: Hadids fließende Formen und das nasse Element – die paraboloid geschwungene Dachform des Schwimmstadions setzt dabei den öffentlichen Platz nach Südosten fort und dreht sich quer zu der Fußgängerbrücke. Die drei Schwimmbecken formen einen breiten Sockel unter dem Dach und der Brücke.

So schwingt das Dach locker über das Schwimm- und das Sprungbecken mit seinen flott gekrümmten Sprungtürmen hinweg. Decke, Wände und auch Fenster schwingen in den Innenräumen mit. Von außen wird dieser Schwung leider etwas unsanft gebremst von den seitlich angefügten Zuschauertribünen. Sie sind Teil einer Kompromisslösung, weil die ursprüngliche Zahl an Sitzplätzen zwischenzeitlich aus Kostengründen reduziert werden sollte (siehe BauNetz-Meldung zur Planänderung vom 20. November 2009). Jetzt wurde eine temporäre Lösung realisiert: Die Tribünen erhöhen die Zuschauerkapazität für die Dauer der Spiele auf 17.500 Plätze. Nach Olympia werden die beiden Anbauten entfernt, an ihre Stelle sollen  dann geschwungene Glasfassaden treten, die das Stadion und die Becken von außen weitgehend transparent machen.

Man könnte sich das schön dramatisch vorstellen, wenn das Entfernen der Anbauten entsprechend inszeniert würde: Ein Effekt wie bei der Formel Eins, vielleicht, wenn die Bremsklötze beim Boxenstopp von den Reifen gezogen werden und diese quietschend und qualmend Gas geben. Meistens werden allerdings nur die Eröffnungen so inszeniert – nicht der Start in die Zeit danach.


Zum Thema:

Weitere Objekte von Zaha Hadid in Baunetz Wissen: Brücken-Pavillon in Saragossa und Nordkettenbahn in Innsbruck

Zum Interview mit Zaha Hadid auf www.designlines.de


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