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24.07.2013

Lukarne aus Beton

Schulerweiterung in der Schweiz


„Lukarne“ nennen Wildrich Hien Architekten (Zürich) ihren Entwurf, mit dem sie sich in einen Wettbewerb für die Erweiterung und Sanierung der Balainen-Schule in Nidau bei Biel (Kanton Bern) gegen 43 Konkurrenten durchsetzen konnten. Realisiert wurde der Neubau in Kooperation mit dem Züricher Büro Frei + Saarinen Architekten – im September wird er eingeweiht.

Eine Lukarne ist ein Dachaufbau, der meist nur ein Fenster aufweist. Das Dach des neuen Schulbaus, der einen denkmalgeschützen Altbau von 1918 nebst Turnhalle ergänzt, ist tatsächlich innen wie außen ein bestimmendes Element.
Der monolothische Sichtbetonkubus fügt sich in Maßstab und Farbigkeit respektvoll in die Umgebung ein. Die sandgestrahlte Fassade bewirkt eine skulpturale Gesamterscheinung, die sich aber zugleich als eigenständiges Volumen neben der weit größeren Baumasse der alten Schule behauptet. Zusammen bildet das Ensemble eine symmetrische Figur, die sich zum Fluss hin öffnet.

Zwischen Alt- und Neubau liegt leicht erhöht eine Terrasse; eine breite Treppe führt zum Fluss und kann als Freiluftklassenzimmer, Bühne und als Pausenfläche genutzt werden. Schirme auf zarten Stützen stehen scheinbar zufällig gestreut auf der Terrasse und bilden eine geschütze Verbindung zwischen den Bauten.

Durch einen keilförmig eingezogenen Windfang betritt man eine Halle, die sich über die gesamte Höhe des Neubaus zieht und mit einem Oberlicht abgeschlossen wird. Der Beton-Charakter setzt sich im Inneren an den Decken und eingefärbten Böden fort. Die Klassenräume in den Obergeschossen sind mit Holzböden und farbigen Raumteilern ausgestattet.

Besonders wichtig war den Architekten der Bewegungsfluss durch das gesamte Haus, der im Foyer beginnent und über das Treppenhaus bis in die Aula im Dachgeschoss führt. Hier endet der Weg in einer schwarz ausgekleideten Bühnenbox; der Blick fällt durch ein Panoramafenster auf die idyllische Landschaft und den Altbau, der wie Teil eines Bühnenbilds erscheint.

Fotos: Johannes Marburg, Genf


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