Material verbindet
Schulerweiterung bei Stuttgart
In Sachsenheim bei Stuttgart haben KLUMPP + KLUMPP Architekten (Stuttgart) ein Lern- und Experimentiergebäude für die Gymnasiasten der 18.000 -Einwohner-Stadt fertiggestellt. Das flache, auf quadratischem Grundriss realisierte Gebäude ergänzt den noch jungen Schulcampus des Lichtenstern-Gymnasiums.
Schräge Gebäudekanten dominieren die im Lageplan erkennbare Umgebungsbebauung des vorhandenen Schulkomplexes mit seiner 2004 realisierten, pavillonähnlichen Bebauung von Oei Architekten (Fellbach). Der Entwurf von KLUMPP + KLUMPP bezieht sich jedoch weniger auf formelle Aspekte des baulichen Kontextes, sondern verbindet den Ergänzungsbau durch den Einsatz von Naturholz und schwarz eingefärbtem Beton. Über Material und Farbigkeit sei dem Neubau so „das Zitat aus der Vergangenheit“ geglückt, beschreiben die Architekten ihren Entwurf.
Im Gegensatz zu den nordöstlich angrenzenden, verspielteren Bestandsbauten gibt sich der Neubau mit seinem massiven Betonflachdach seriöser, aber dennoch offen. Fensterelemente und Zugänge leiten konisch ins Gebäudeinnere, wo die Schüler drei Projekträume mit jeweiligen Nebenräumen erwarten, die um einen lichten Foyerraum gruppiert sind. Faltwände trennen diese je nach Bedarf vom zentralen Empfangsraum ab. In den Pausen ist in diesem erhöhten, von oben belichteten Raum Platz für Billard- und Tischfußballspiele.
Fotos: Zooey Braun
materialwahl (holz, teppich) zu tun, in dessen schulbau in B oder HH möchte ich mein kind nicht schicken müssen.
Das gilt im übrigen auch für den Boden. Wie hätte er denn sonst aussehen können? Teppich etwa? Holz? Schon mal eine Schule geplant? In HH oder B hätte man solch schöne Materialen nicht durchgesetzt bekommen. Sparen heisst dort die Devise. Eines fällt einfach immer immer wieder beim Durchlesen der Leserkommentare auf: Hier wird in der Regel gemeckert als gäbe es kein Morgen. Das macht mich wiederrum sprachlos.
Die Räume sind absolut flexibel zu nutzen und zu bespielen: von der Größe her und auch im Grundriss durch die Öffenbarkeit zueinander, sowie durch die "Anhängsel", diesen zusätzlichen Rückzugsorten für Kleingruppen-Arbeit. Ich habe da nicht das Gefühl, dass die Architektur etwas verhindern würde, im Gegenteil.
Mich hätte der durchgehende Boden nicht so gestört, finde aber die Anregung nicht verkehrt. Müßte man optisch prüfen. Was ich beim 4. Bild assoziierte, war ein großes Glasdach, vielleicht sogar als "Zeltdach" (ich meine eine flache Pyramide). Die runden Oberlichter erfüllen wie man sieht auch den Zweck das "atriumartige Zentrum" (ohne Säulen) zu erhellen, aber da hätte ich mir auch noch mehr Öffnung zum Himmel vorstellen können. (Natürlich mit dem Thema des Sonnenschutz und vermutlich auch zu etwas höheren Kosten...)
atrium impluviatum = Atrium mit Wasserbecken (Impluvium) Ihr Satz "Das überdachte impluvium geht so leider unter." heißt übersetzt "Das überdachte Wasserbecken geht so leider unter.". Das ist und bleibt falsch, weil es hier kein Wasserbecken gibt. Besserwisser-Bonus: Das stützenlose Atrium war das üblicherweise gebaute Atrium und daher am weitesten verbreitet. Also ist Ihr Satz "In der Regel hat ein ATRIUM säulen." auch nicht richtig. Davon abgesehen möchte ich Ihnen beipflichten: Den Boden kann man besser machen. Das ganze Haus ist aber so gut, dass der Boden nicht wirklich negativ auffällt - jedenfalls nicht in dem Maße, als dass man ihn bei so einem gelungenen Gebäude als Kritikpunkt herausstellen müsste. Und damit bin ich raus. Tschüss!