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24.08.2017

Werkeln unter Giebeln

Schulerweiterung bei Petersfield von Feilden Clegg Bradley Studios


Die traditionsreiche Internats- und Tagesschule Bedales ist für ihre relativ liberale Haltung, berühmte Absolventen und trendbewusste Eltern bekannt. Durch die Lage inmitten des südenglischen South Downs Nationalparks war das Leben auf dem Campus schon immer eng mit der Natur verbunden. Zwei Arts-and-Craft-Gebäude von Ernest Gimson besiedeln das weiltäufige Schulareal, und in gewissem Sinne lässt sich der im September letzten Jahres eröffnete Neubau für den Kunstunterricht von Feilden Clegg Bradley Studios (London, Bath, Manchester, Belfast) durchaus in die Tradition der Strömung aus dem frühen 20. Jahrhundert stellen: Er huldigt gleichermaßen dem Handwerk und der Schönheit des einfachen, weitgehend naturbelassenen Materials.

Wie fünf Scheunen entlang einer Straße reihen sich die Giebel des mit sibirischer Lärche verkleideten, in Leichtbauweise errichteten Gebäudes aneinander. Schlichte Stehfalz-Metallprofile bilden den Dachabschluss. Ein einfaches Holzlattengitter schützt den Eingangsbereich und die außenliegenden Erschließungszonen an den Langseiten des L-förmigem Grundrisses.

Im Inneren kommt die Kunstschule nahezu ohne Korridorsituationen aus. Die verschiedenen Disziplinen sollen miteinander im Austausch stehen und sind als Raumkontinuum konzipiert. Das Gebäude bietet 1.439 Quadratmeter Fläche für diverse Werkstätten und Arbeitsräume: Im oberen von zwei Geschossen befinden sich Ausstellungsmöglichkeiten und Studios mit Oberlichtern, während die mit schweren Maschinen ausgestatteten Werkstätten im Erdgeschoss zu finden sind. Für ein ausgeglichenes Klima sorgen die thermische Masse der Betonböden und die Holzfaser-Akustikplatten unter den Dächern. Eine 200 Jahre alte, ausladende Eiche im Westen liefert im Sommer zusätzliche Verschattung.

Erst kürzlich erhielt die Schulerweiterung einen RIBA National Award und war damit kurzfristig im Rennen um den Stirling Prize, mit dem das Royal Institute of British Architects im Oktober die beste britische Architektur auszeichnet. Auf dessen Shortlist tauchen Feilden Clegg Bradley Studios anders als in vergangenen Jahrgängen zwar nicht mehr auf; der Zuspruch von Bauherren und Nutzern, den im Entwurfs- und Entstehungsprozess eingebundenen Bedales-Schülern – sowie hoffentlich auch deren zahlenden Eltern –, ist ihnen für dieses Projekt allerdings sicher. (kms)

Fotos: Hufton & Crow, Matthew Rice


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