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08.03.2017

Klettertreppen und Tarzanschwingen

Schule in Aarhus von Henning Larsen


Pädagogen warnen seit Jahren vor einer Nebenwirkung der Digitalisierung: Kinder bewegen sich zu wenig. Motorische und kognitive Entwicklung sind eng miteinander verbunden, deshalb dürfen ausreichender Freiraum und Bewegungsimpulse im Schulbau nicht fehlen. Dänemark integrierte diesen Aspekt 2013 in eine Schulbaureform. Nun stellen Henning Larsen Architects (Kopenhagen) in Zusammenarbeit mit GPP Arkitekter (Aarhus) ihre neue Schule in Aarhus vor: eine große Spiellandschaft mit Klettertreppen, „Tarzanschwingen“ und „schwebenden Tanzräumen“. Spielen und Lernen, draußen und drinnen, in Gemeinschaft oder individuell – in dieser Grundschule mit Kindergarten können neueste pädagogische Erkenntnisse hervorragend in die Praxis genutzt werden.

Fließende Räume und diverse Durchblicke über vier Ebenen lassen das Thema Erschließung zu einer Art Dschungel werden. Inmitten dieser Landschaft sind die Klassenräume in abgeschlossenen Clustern organisiert. Das Refugium einer Klasse besteht aus gemütlichen Sitzstufen für Präsentationen und einem frei möblierbaren Bereich sowie einem abschließbaren Gruppenraum. Indem die Architekten keine unterschiedliche Raumorganisation für Kindergarten und Grundschule einführen, entsteht ein fließender Übergang vom Spielen zum Lernen. Dabei sind die jüngsten Kinder im Erdgeschoss beheimatet, während die Räume der sogenannten „Abschlussklassen“ im obersten Geschoss liegen. Die insgesamt 40 Aktivitätsstationen rund um die Cluster haben die Architekten „an die jeweiligen Altersgruppen im Sinne der motorischen und fachlichen Entwicklung angepasst“.

Besonderen Wert legten die Architekten auf die Gestaltung der Fenster, denn „Untersuchungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche in einer Umgebung mit gutem Tageslicht zwischen 20 und 26% schneller lernen“. Die tiefe Laibung der quadratischen Fenster lädt auf unterschiedlicher Höhe zum Sitzen darin ein. Von außen zeigt sich eine verstreute Anordnung dieser Öffnungen im Mauerwerk. Die verwendeten Ziegel stammen zum Teil aus der abgebrochenen Schule St. Annagade, die sich zuvor auf dem Grundstück befand. Im Gegensatz zu diesem kleinmaßstäblichen Vorgänger wirkt der Neubau massiv: Nicht weniger als 900 Schüler plus Kindergarten und Jugendclub sollen in der Anlage unterkommen. Allein das Material, nicht aber die Dimension des Baukörpers passt sich in den umgebenden Stadtteil Frederiksbjerg ein. Der Wermutstropfen dabei: Während sich im Schulinneren eine Landschaft aufspannt, wird im Außenraum weiterer Boden versiegelt. Der Schulhof hält zwar spannende Spielgeräte, aber nur wenige Pflanzen bereit. (dd)

Fotos: Hufton+Crow


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