Pixelpenne
Schule bei Wolfsburg fertig
Als „Renaissance des Dreiecks“ beschrieben 2008 Augustin und Frank Architekten (Berlin) ihren Wettbewerbsgewinn für den Neubau der Grundschule in der Gemeinde Sassenburg bei Wolfsburg.
Nun ist der Bau des gleichschenkligen Dreiecks fertig und die Konzeptgedanken der Architekten – die Außenkanten des Gebäudes sollen die Bewegungsrichtungen auf dem Grundstück harmonisch aufnehmen, die umliegende, ebene Landschaft sollte zeichenhaft interpretiert werden – lassen sich überprüfen.
Der eingeschossige Baukörper der Schule liegt am Dorfrand zwischen Sportplatz und freier Feldflur und besteht aus wenigen Grundelementen. Die dreiecksförmige Grundrissfigur beinhaltet eine zentrale Erschließungsfläche, von der kurze Wege zu den Klassenräumen führen, die rund um das zentrale Atrium gruppiert wurden. Eine ebene Bodenplatte und tragende Wandscheiben aus Stahlbeton bilden das Grundgerüst der Konstruktion. Auf den Wandscheiben liegt eine Dachdecke aus Holz auf. Sie ist begrenzt von einer umlaufenden Attika, deren Verkleidung mit einem großformatigen, verpixelten Wiesenmotiv laminiert wurde. Die dadurch dominant wirkende Dachplatte überragt die zukünftige Bepflanzung des Grundstücks und wird lediglich akzentuiert durch wenige, markante Auffaltungen, die die Eingänge markieren.
Das neue Schulgebäude ist aus seriellen Einzelteilen der Grundelemente gefertigt und wurde in kurzer Bauzeit realisiert. Ein Umbau oder eine Umnutzung werden durch die einfache Konstruktion leicht möglich sein.
Fotos: Werner Huthmacher
Mitterweile gibt es ein Gutachten der Landesschulbehörde, dass das Lüftungskonzept nicht funktioniert. "Kleinbürgerliche Kritik" ist also durchaus angebracht! Sie werden aber wahrscheinlich dieses Gutachten anzweifeln........
Man sollte die Kommentarfunktion abschalten, Architekten können offensichtlich nicht auf einem akzeptablen Niveau kommunizieren. Wer sich z.B. über die Farben einer Toilette aufregt, sollte sich bitte überlegen, ob er nicht ein tiefgreifenderes Problem mit sich und seiner Umwelt hat.
Das es sich bei dem Motiv der Attika um eine Blumenwiese handeln soll, wird sich vermutlich nur ausgewiesenen Kunstexperten erschließen. Aufgrund der großen Rasterung und Gestaltung wird ein Höchstmass an Phantasie benötigt, um auch nur ansatzweise dies nachvollziehen zu können. Leider ist es kein Foliendruck sondern Hartplatten die uns diesen Anblick für mehrere Jahr nicht ersparen werden. Da in dem Konzept kein Bodenbelag vorgesehen ist, gibt es bereits Probleme mit einem verkratzten, fleckigen und verschmutzten Fußboden. Bereits nach gut 2 Monaten Nutzung sieht dieser teilweise bereits verbraucht aus. In manch einer Industriehalle zeigt sicht der Fußboden deutlich "gepflegter". Die Belüftungstüren/Klappen in den Klassenräumen lassen sich schwer öffnen oder sind durch Verzug undicht. Da es keine zu öffnenden Fenster in den Klassenräumen gibt, ist die Funktion dieser Türen wichtig. Auch die Funktion der Raumluftsensoren ist unpraktikabel. Im Betrieb sind massive Probleme mit der Be-/Entlüftung bzw. Sonneneinstrahlung / Raumtemperaturen zu verzeichnen. Auch durch nächtliche Lüftungen wird es durch die kleinen Lüftungstüren/Lüftungsklappen nicht erreicht, das Gebäude abzukühlen. Auch die nach langer Wartezeit installierten Vorhänge bieten keinen ausreichenden Sonnenschutz. Hinzu kommt, dass sich die Vorhänge bei stärkerem Wind durch die Zugluft zwischen Verglasungen bewegen, auch wenn die bereits vorgesehenen Lochbleche montiert worden. Es wird immer mehr offensichtlich, dass man bei dem Konzept mehr den Schwerpunkt auf ein eingenwilligen Design statt auf Funktionalität gelegt hat. Alles in Allem wird nun offenbar, wie grundsätzlich problematisch die Ausführung und Nutzung des eigenwilligen Konzeptes ist. Eine Erweiterung wie im Artikel beschrieben, ist nahezu unmöglich. Andreas Kautzsch oppositioneller Ratsherr in der Gemeinde Sassenburg