Eyecatcher Experimenta
Sauerbruch Hutton gewinnen in Heilbronn
Sauerbruch Hutton mal ganz anders: Die Experimenta ist ein populäres Wissenschaftszentrum in Heilbronn. Es wird von einer Stiftung unterstützt, die sich aus Ausschüttungen der Ladenketten Lidl und Kaufland finanziert. Für den erforderlich gewordenen Erweiterungsbau der Experimenta wünscht man sich eine besondere Architektur. In der ersten Stufe des dafür durchgeführten beschränkten Wettbewerbsverfahrens waren acht Büros für ein kooperatives Verfahren ausgewählt worden, das nun unter Vorsitz des Architekten Wolfgang Riehle so entschieden wurde:
• 1. Preis: Sauerbruch & Hutton, Berlin
• 2. Preis: Wilford & Schupp, Stuttgart
• 3. Preis: Wulf Architekten, Stuttgart
Der Juryvorsitzende sagte nach der Entscheidung: „Der 1. Preis ist ein ‚Eyecatcher‘, der seine außergewöhnliche Nutzung von außen mit einer spektakulären Architektur signalisiert“.
Ähnlich äußern sich auch die Architekten Sauerbruch Hutton zu ihrer Arbeit: „Der Entwurf orientiert sich an dem Wunsch nach einem markanten Neubau, der sich zugleich in den stadtlandschaftlichen Kontext integriert. Die architektonische Sprache des neuen Science-Centers ist durchaus eigenwillig und unterstreicht seine exponierte Lage auf einer Insel im Neckar. Seine Raumstruktur ist jedoch so angelegt, dass der umgebende Stadt- und Landschaftsraum für den Besucher intelligent gerahmt und als Erlebnis zelebriert wird, und sich das Gebäude mit seiner Umgebung räumlich und visuell gut verzahnt.“
Die Architekten wollen dabei einen Großteil der geplanten Erweiterung unterirdisch unterbringen, um den Solitärcharakter des „Hagenbucher Speichers“ zu erhalten, in dem die Experimenta seit 2009 untergebracht ist. Die Außenhaut des kompakten oberirdischen Neubaukörpers besteht aus transparenten und transluzenten Bereichen – wobei die Räume der „Raum-Zeit-Spirale“ geschosshoch verglast sind, während die transluzente Haut der „Themenwelten“ als Struktur aus polygonalen Kunststoffschalen konzipiert ist.
Der Neubau auf der Heilbronner Kraneninsel soll bis 2017 errichtet werden.
Wäre der Entwurf von UN Studio, OMA oder Herzog de Meuron gewesen, hätten alle geklagt, warum kein deutsches Büro etwas räumlich Komplexes entwerfen könne.
Das Projekt verspricht spannende Räume und spielt angemessen mit dem Ort. Wer sich mit dem Werk von Sauerbruch Hutton beschäftigt weiss außerdem, dass es hier mitnichten nie nur um "runde Nudeln mit farbigen Streifen drauf" ging. Aber mit der intellektuellen Reflexion haben es ja die Kollegen hier nicht so.
und die "grafik" der fassade...und die stützen (die man nicht grade aus der statik so direkt ableiten kann) aber auch nicht jeder zacken in der landschaft ist gleich ein libeskind... kann ja mal passieren