Zauberwürfel
Sauerbruch Hutton gewinnen Wettbewerb in Berlin
Berlin, nun freue dir! Glaubt man den Ankündigungen, dann entsteht in Berlin in den nächsten Jahren – mal wieder – eine hochwertige Architektur nach der anderen. Auch wenn die Berliner Baubranche vielleicht nie wieder eine Goldgräberstimmung wie in den 1990er-Jahren erreichen wird.
War der Turmbau von Kuehn Malvezzi am Alexanderplatz noch eine reine Willensbekundung ohne Bauherrn (siehe BauNetz-Meldung vom 4. September), hat das Hochhaus von Barkow Leibinger am Hauptbahnhof bereits einen bauwilligen Investor (siehe BauNetz-Meldung vom 30. November). Nun hatte die Redevco als Grundstückseigentümerin gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung einen Wettbewerb für eine äußerst prominente „Stadtlücke“ ausgelobt, der jetzt entschieden wurde: Direkt zwischen Bahnhof Alexanderplatz, dem Cubix-Kino und dem Berliner Fernsehturm soll ein 29 Meter hohes Wohn- und Geschäftsgebäude mit etwa 18.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche entstehen.
Zum Wettbewerb waren sieben Büros eingeladen worden, die Jury (unter anderem mit Hilde Léon und Regula Lüscher) hat insgesamt drei Preise vergeben:
- 1. Preis: Sauerbruch Hutton Architekten
- 2. Preis: Grüntuch Ernst Architekten
- 3. Preis: Hascher Jehle Architektur
Der Entwurf zeigt prinzipiell ein würfelförmiges Gebäude, das sich wohl auf das gegenüberliegende Kino bezieht. Die beiden obersten Etagen sind allerdings, ähnlich wie beim guten, alten Rubik's Cube, leicht verschoben. Hier, im dritten und vierten Geschoss, sollen Büroflächen und „Townhouses mit spektakulärem Blick auf die historische Mitte Berlins“ entstehen – also auf den quirligen Bahnhof Alexanderplatz? „Mit einem gemeinsamen, atrium-gleichen Innenhof, zweigeschossigen Wintergärten und Dachterrassen wird eine bisher in Berlin-Mitte nicht erreichte Wohn- und Arbeitsqualität erreicht“, so versprechen es die Investoren.
Aber auch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher ist zufrieden: „Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass mit einem gemeinsam von Investor und öffentlicher Hand getragenen Wettbewerb beste städtebaulich-architektonische sowie funktionale Qualitäten erreicht werden. An prominenter Stelle kann nun ein eleganter Solitär entstehen, der auch alle hohen Ziele des Klimaschutzes erfüllt.“
Leider können wir keine Bilder der zweiten und dritten Preisträger zeigen, da sie erst im Februar in einer Ausstellung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gezeigt werden sollen.
was das cubix angeht ist das meines erachtens der beste bau von NPS in dieser stadt, das einzige neue kino, das interessante räume enthält und auch auf blickbeziehungen hin entworfen ist. schade dass der betreiber dies kaum nutzt. mit der unnötigen lückenfüllung wird auch das nun unmöglich. ein völlig überflüssiges projekt, welches an andere stelle in berlin viel besser aufgebhoben wäre. der ganze alex wird irgendwie zugemüllt, bis am ende kein platz mehr zu sehen ist, schade drum. das sind genau die projekte, die man in ein paar jahrzehnten dann wieder rückbaut.
eigentumswohnungen am alex - noch mehr schwaben, die direkt direkt an den bahngleisen wohnen. wer will es ihnen verdenken.