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12.10.2009
The White Guy
Richard Meier zum 75. Geburtstag
Als Richard Meier in den achtziger Jahren in Deutschland mit hiesigen Projekten bekannt wurde – mit dem Kunstgewerbemuseum Frankfurt (1979-85) und dem Stadthaus Ulm (1991-94) –, grassierte die Postmoderne. Genauer: Die sich an historischen Versatzstücken orientierende, teilweise ironische, teilweise bierernste Postmoderne. In einem solchen Umfeld haben Viele es als wohltuend empfunden, dass mit Richard Meier ein Architekt konsequent aus dem Zitatenschatz der klassischen Moderne schöpfte, insbesondere aus der „weißen“ Phase Le Corbusiers der zwanziger Jahre. Dabei geriet leicht aus dem Blick, dass auch Meiers Nach-Moderne nichts anderes als eine Spielart der Postmoderne war.
Jedenfalls ist sich Richard Meier selbst so treu geblieben wie kaum ein anderer Stararchitekt. Seine Architekturauffassung wurde zur Marke. Weil er fast alle Gebäude konsequent in Weiß hält, bekam er in amerikanischen Medien den Spitznamen „The white guy“. Am heutigen 12. Oktober wird der New Yorker Architekt 75 Jahre alt.
Der 1934 geborene, deutschstämmige Amerikaner Meier studierte bis 1957 an der Cornell-Universität, arbeitete dann unter anderem bei Marcel Breuer und eröffnete 1963 sein eigenes Büro. Als Mitglied der informellen Gruppe der „New York Five“ war er gemeinsam mit Peter Eisenman, Michael Graves, Charles Gwathmey und John Hejduk 1972 an einer Ausstellung beteiligt, mit der die Architektur der 60er Jahre kritisiert wurde. Bereits 1984 bekam Meier den Pritzker-Preis.
Zuletzt war er hervorgetreten mit dem Hans-Arp-Museum in Remagen (BauNetz-Meldung vom 28. September 2007), einem Bürogebäude für die Hafen-City Hamburg (BauNetz-Meldung vom 26. September 2006) und dem umstrittenen Neubau für den Ara-Pacis-Altar in Rom (BauNetz-Meldung vom 27. April 2006).
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