Gebaut aus Luft
Regierungssitz in Spanien fertig
Zwei vieleckige Kisten bilden den neuen Sitz der Regionalversammlung von Castilla-Léon in der Provinzhauptstadt Zamora, nordwestlich der spanischen Hauptstadt gelegen. Die Architekten des Architekturbüros Campo Baeza (Madrid) stellten eine Glasbox mitten in eine steinerne Umrahmung und pflanzten dazwischen einen Garten.
Die Verwaltungsoase steht direkt gegenüber der Kathedrale von Zamora. Die zum Himmel offene, helle Steinkiste besteht aus dem selben Material wie die Kirche. Die Architekten nahmen außerdem die Umrisslinien des ehemaligen Klostergartens auf und haben ihren Bau so eng mit dem Ort verknüpft. Öffnungen in den Wänden rahmen Blicke auf die Kirche und die Umgebung.
In dem ruhigen, fast strengen Rahmen steht das eigentliche Verwaltungsgebäude. Dessen Hülle ist vollständig aus Glas, und wie ein Gewächshaus – „gebaut aus Luft“ – soll es inmitten des baum- und blumenbestandenden Innenhofs auch wirken. Die einzelnen Glasfelder sind durch zarte Silikonfugen miteinander verbunden. Höchstmögliche Transparenz wollten die Planer damit erreichen und nennen Mies van der Rohes Entwurf für das Glashochhaus an der Berliner Friedrichstraße als ihr Vorbild. Bei aller Poetik vergessen sie aber auch die pragmatischen Aspekte nicht: Die Fassade besteht aus zwei Schichten und reagiert je nach Jahreszeit auf das Klima.
Ihre Steinkiste sehen die Architekten als Symbol für die Erinnerung, die gläserne steht für die Zukunft.
Fotos: Javier Callejas Sevilla
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ja, am ende ist es die angst. sicherheit ist uns wichtiger als freiheit und ästhetik, und vielleicht ist das in spanien anders. @auch ein das sehe ich etwas anders. im umkehrschluss heißt das ja, dass das hier gezeigte haus weder stehen bleibt, noch technisch in ordnung ist und von künstlern gebaut wurde. ganz so "schlimm" ist es aber mit sicherheit nicht. hier haben architekten ganze arbeit geleistet und sich um die baugestaltung gekümmert, was eigentlich ihr job ist. für die statik und die technische funktionalität gibt es ingenieure (!). dass sich deutsche architekten oft primär als ingenieure verstehen, ist ein tragischer fehler, denn wir sind schlechte ingenieure und sollten uns lieber auf unser in vergessenheit geratendes kerngeschäft konzentrieren. wir sind eben ein volk von maschinen- und autobauern, das im hinblick auf schönheit und kunst nicht durch besonderes interesse auffällt. unsere portion schönheit holen wir uns 1-2x jährlich im urlaub (u.a. in südeuropa) ab, die restliche zeit verbringen wir in einer bieder bis schäbig gestalteten, aber umso sichereren und preiswerten umgebung. unser geld lassen wir lieber auf dem konto, als uns davon etwas nettes zu kaufen (oder zu bauen), wenn wir es nicht für autos, technik oder eben für reisen ausgegeben haben. soweit meines erachtens der status quo der archtektur im deutschland des jahres 2012.
wenn ihr aus der , zugegebenen beschissenen..., haftung rauswollt, müsst ihr künstler werden, nicht architekten. von schöngeistigkeit alleine bleibt ein haus weder stehen noch bleibt es technisch in ordnung. und das ist einfach erstmal der sinn eines hausbaus.
Will sagen: wehe der Gewährleistung.