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15.05.2017

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Ultima Ratio

Raumschießanlage in Dresden von Schulz und Schulz Architekten


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Im Angesicht von grenzüberschreitend organisierter Kriminalität, Terror und Extremismus sind die Anforderungen zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung für die deutsche Polizei in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die neue Dresdener Raumschießanlage von Schulz und Schulz Architekten (Leipzig) soll den Beamten gemäß der vom sächsischen Innenministerium formulierten Agenda Polizei 2020 zur Ausbildung dienen: Unter möglichst realen Simulationsbedingungen wird die Polizei Sachsen hier theoretisch wie praktisch auf sich immer wieder verändernde Einsatzszenarien vorbereitet. Spezifische Trainings in situationsgerechtem Vorgehen und Deeskalationsstrategien stünden dabei im Vordergrund, so die Pressemeldung der Architekten, der Schusswaffengebrauch bleibe stets „ultima ratio“.



Das Raumprogramm verteilten Schulz und Schulz auf zwei gleich große, eingeschossige Gebäudeteile, von denen einer mit Seminarräumen, Sportraum und Trainingskulissen vielseitig zur Aus- und Fortbildung genutzt werden kann. Der andere dient ausschließlich dem Training an der Schusswaffe und verfügt über drei Schießbahnen im Erd- und eine große Raumschießanlage im Untergeschoss. Auf einem gemeinsamen Sockel stehend, sind sie doch durch einen Hof voneinander abgerückt. Somit erfolgt eine klare bauliche Trennung der Räume des scharfen Waffengebrauchs von den Bereichen des Einsatztrainings mit teilweise nachgestellten Stresssituationen. Die funktionale Separation der Flachbauten lässt sich ebenfalls an ihrer Fertigbetonfassade ablesen, die sich nur an drei Seiten des Seminargebäudes durch Fenster nach außen hin öffnet.



Auf den Bildern, die der Fotograf Tomasz Lewandowski für Schulz und Schulz Architekten anfertigte, liefern sich eine Gruppe laienhaft als Indianer und Cowboys kostümierter Schauspieler mit Spielzeuggewehren einen erbitterten Kampf. Der Fotograf wählte diese Verfremdung, um den Respekt vor der Polizeiarbeit zu wahren. Weniger Respekt hingegen zollt die stereotype Darstellungsform den auch auf den Bildern in der Minderheit vertretenen Native Americans. Erwähnenswert sind die Fotografien dennoch zumindest als Versuch, der diffusen Bedrohung, die diesem Bauwerk eingeschrieben ist, ein selbstbewusstes, wenn auch schiefes Lächeln entgegenzusetzen. (kms)

Fotos: Tomasz Lewandowski


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Kommentare

12

Johann Maier | 16.05.2017 19:55 Uhr

Kleiner Verbesserungsvorschlag

Richtig einladend wirkt so eine Baracke erst mit einem Stacheldrahtverhau.

11

Oli | 16.05.2017 16:03 Uhr

Karneval

Ich gehe davon aus, dass die besondere Herausforderung der Aufgabenstellung darin gelegen hat, innerhalb der bestehenden Umgebung einen funktionalen Bau hinzusetzen, dessen Architektur nicht herausragen darf (landläufige Kritik: Zum Schießen auch noch ein schönes Gebäude) aber auch nicht untergehen soll (landläufige Kritik: Nur weil es fürs Schießen ist, muss es doch nicht hässlich sein). Dies zu bewältigen erfordert ein gewisses Können seitens der Architekten und erfordert ein gewisses Fachwissen seitens der Kritik, unabhängig ob uns das Gebäude gefällt oder nicht.
Warum "Karneval"? Weil wir auch dem Fotografen nicht den erstbesten Hirnlosgedanken unterstellen sollten. Dann haben unsere Kinder Karneval nämlich plötzlich auch ein Problem.

10

a_C | 16.05.2017 10:32 Uhr

Dumme Fotos, gutes Gebäude...

Auch ich finde die Fotos dumm und geschmacklos. Fragt sich, an welche potentiellen Bauherren ein Portfolio mit solchen Aufnahmen geschickt werden soll. Bei der öffentlichen Hand dürfte so ein Mist jedenfalls durch jede Bewertungsmatrix rutschen und daher im Papierkorb landen...

Das Gebäude will ich jedoch ausdrücklich loben. Es wird meiner Meinung nach durchaus dem Widerspruch der Anforderungen gerecht: Einerseits Zweckbau, ohne hohe Standards. Andererseits die Lage im Kontext historischer Gebäude, an prominenter Stelle im Zentrum der Anlage. Für das, was es sein kann und will, ist das Gebäude überdurchschnittlich gut - auch wenn es seit dem Wettbewerbsgewinn 2007 (!) ein paar gestalterische Federn gelassen hat.

PS: Dass so eine Bauaufgabe normalerweise ohne jede Architektenbeteiligung von Bauunternehmen "hingerotzt" wird, sollte man bei der ganzen Diskussion auch nicht vergessen.

9

peter | 15.05.2017 21:23 Uhr

schießanlage

ja, auch ich finde die fotos geschmack- und witzlos. aber wahhrscheinlich habe ich einen anderen humor als die herren schulz, ich mag ja auch keinen fußball, geschweige denn schalke.

zur architektur: schon wieder sehen wir einen schulz-bau, der mich nicht im geringsten begeistert. eine staubtrockene, blutleere architektur, außen wie innen irgendwie monumental, aber am ende kraftlos und scheinbar unmotiviert. wo ist die lebensfreude, die freude am (gern auch strengen) detail? der humor (indianerspiele lasse ich jetzt mal nicht gelten)? eine überzeugende materialwahl? wo ist der hauch von grandezza oder wenigstens ein klitzekleines bisschen heiterkeit? all das fehlt (mir persönlich zumindest) extrem.

schulz+schulz zeichnen wunderschöne wettbewerbspläne, und seit jahren verfolge ich den gebauten output des büros mit interesse - immer in der hoffnung, dass irgendwann mal ein projekt so schön reduziert und mit dieser ganz spezifischen leichtigkeit umgesetzt wird wie seine wettbewerbspläne. und jedesmal werde ich enttäuscht. plumpe details, billig wirkende materialien, banale gesamtwirkung. jungs, in euren wettbewerbsplänen steckt ein solch mitreißender zauber, und im bauprozess geht der regelmäßig bis auf null verloren! warum? mein tip (ich weiß nicht, ob es mir zusteht, tips zu geben, aber ich tue es einfach mal): ändert die herangehensweise im detail! seid sensibler mit den materialien! haucht euren bauten leben und handwerkliche qualität ein!

8

Ach | 15.05.2017 18:54 Uhr

... das macht....

...... ihr doch mit Absicht liebe Baunetz Redaktion. Geht aber auf Dauer nach hinten los. Gut als Diskurs, aber als Inspiration nutzt das recht wenig. Und dafür solltet ihr schon auch da sein.

7

max | 15.05.2017 18:53 Uhr

...

Interessant, wie sich hier alle von den gestellten Fotos blenden lassen, anstatt darüber hinweg zu sehen, und die Architektur zu betrachten. Abgesehen von der Wahl des Fotografen geht es am Ende doch (hoffentlich) um die Architektur...

6

Ein Architekt | 15.05.2017 17:38 Uhr

Banal & pseudo-lustig

Ein banales Gebäude, mit pseudo-lustigen Fotos inzeniert. Ist mir schleierhaft, was davon eine Veröffentlichung rechtfertigt.

5

Kritiker | 15.05.2017 17:18 Uhr

was ist die Botschaft?

Ja es stellt sich die Frage, welche Auswahl wird von der Redaktion getroffen:
1.- Architektur, die eine bekannte Aufgabenstellung bearbeitet
2.-Architektur, die exotisch und originell ist
3.-Architektur, die bekannte Namen trägt.
In diesem Fall kann es sich nur um Kategorie 3 handeln.
nun die Frage an die Redaktion?
Möchtet Ihr Eure Auswahlkriterien nicht noch einmal überdenken, kurze Texte mit einer Aussage, gute Architektur, Individualität, Disskussionswürdiges, starke Inhalte..... naja alles das, was wir Leser wirklich mögen.Baunetz

4

ntaj | 15.05.2017 16:32 Uhr

problematisch

ich sehe hier den versuch ein gebäude, das für die polizei errichtet wurde, über eine bildliche inszenierung in zweierlei hinsicht zu verharmlosen: man tut erstens so, als wäre polizeiliche arbeit lediglich ein spiel, ein film, ein schauspiel; nein, die polizei übt gewalt aus, tatsächliche gewalt und in diesen gebäuden lernt sie, wie man das macht. und zweitens verharmlost man die geschichte des genozids an amerikanischen naturvölkern, indem man sie auf ein "lustiges" dekor für architektur reduziert. in kombination sind diese beiden verharmlosungen jedoch viel mehr: in den schiessräumen der deutschen polizei den genozid an einem naturvolk zu verharmlosen, ist absolut grotesk und inakzeptabel. wie weit die grenzen der politischen korrektheit schon übergangen werden ist schon immer erstaunlich. aber was tut man nicht alles, um in den berichten und erwähnungen zu landen. schade, dass es ihnen hier gelungen ist.

3

Oli | 15.05.2017 16:03 Uhr

Flur

Es mag an den Forderungen der Nutzer gelegen haben, dass der Flur fast ohne Technik unter der Decke auszukommen hat. Ein - auf die Technik bezogen - wohltuendes Beispiel.

2

tutnixzursache | 15.05.2017 15:42 Uhr

Na guck mal an...

... das ist doch mal ein richtig gutes Beispiel für richtig schlechte Architektur.

1

Pures | 15.05.2017 15:35 Uhr

Entsetzen

Dieses Gebäude ist aber auch nicht im geringsten berichtenswert.

Menschenverachtend...

Die gestellten Bilder sind mehr als Peinlich, eher eine Farce...

Sag' ich ungern, aber: weg mit der Meldung !

 
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