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16.04.2012

Kulturcampus Frankfurt

Pläne von David Adjaye vorgestellt


Kulturelle Nutzungen sind der beste Nährboden für urbane Lebensqualität – Kreativität strahlt schließlich ab und belebt. Unter diesem Gesichtspunkt hat das Büro Adjaye Associates (London/Berlin) im Auftrag des Forum Kulturcampus Frankfurt e. V. ein architektonisches Konzept für den Kulturcampus Frankfurt entwickelt, der auf dem ehemaligen Universitätsgelände zwischen den Stadtteilen Bockenheim und Westend entstehen soll. Mitte März präsentierte der britische Architekt David Adjaye in Frankfurt seine Konzeptstudie „KulturMachtCampus“.

Es ist ein großes Projekt. Eine Kooperation von neun Partnern, darunter Kultur-, Lehr- und Forschungseinrichtungen wie das Frankfurt LAB, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie die Forsythe Company des bekannten Choreografen William Forsythe beabsichtigt, auf dem entstehenden Kulturcampus Frankfurt ein neues Zentrum der zeitgenössischen Künste und Wissenschaften zu bilden. Rund um das Senckenberg-Museum und das Bockenheimer Depot sollen Produktionsstätten und Unterrichtsorte für Musiker, Schauspieler und Tänzer sowie bis zu 1.500 neue Wohnungen in einem Kultur-Quartier entstehen. Vergangenen Sommer hatte der Investor, die ABG Frankfurt Holding, das 16,5 Hektar große Areal vom Land Hessen erworben, um eine Zerstückelung in kleine Parzellen zu verhindern und das neue Quartier aus einem Guss entwickeln zu können.

Die Studie nimmt die urbanen Komponenten einer Stadt auf und komprimiert sie in einer Mischung verschiedener Nutzungen. Die einzelnen Bestandteile werden zu einer kleinen Stadt komponiert. In ihr werden sich Kulturschaffende, Wissenschaftler, Bewohner und Büronutzer in einer durch Kultur geprägten Atmosphäre begegnen können. Die Baustruktur erleichtert den Austausch und motiviert zu spannenden Synergien. Die verschiedenen Nutzungen sind in der weiteren Höhenentwicklung übereinander gestapelt und ermöglichen somit die Mischnutzungen auch in der Vertikalen.

Die Architekten planen einen geschlossenen, zentralen, öffentlichen und multifunktionalen Platz, der die Veranstaltungs- und Probensäle der Kulturinstitute sowie Geschäfte und Markthalle in einer interessanten Mischung um ein zentrales Foyer vereint. Dieses soll die Erschließung von innen und die Durchwegung des Blocks ermöglichen. „Die Hauptveranstaltungsräume und einige gewerblich genutzte Blöcke umsäumen das Foyer und sind in der Dachlandschaft sichtbar. Einschnitte an den Außenseiten akzentuieren die Eingangsbereiche, generieren Freiflächen und verzahnen den Block mit der Stadt“, erläutern die Architekten.

Herzstück wird das Gebäude für das Frankfurt LAB: Theater, Museum, Ausbildungs- und Forschungsinstitut werden sich hier zu einem Hybrid verbinden. Die Architekten planen jedoch keine Insel. Die Strukturen sollen flexibel und offen nach außen sein – ein enger Austausch mit den Bürgern der Umgebung ist Leitgedanke dieses Projekts. Durch große Glasscheiben zum Beispiel sollen Probenräume und Ateliers einsehbar werden.

Insgesamt 2.000 Künstler, Tänzer und Schauspieler können in den Kulturinstitutionen arbeiten und studieren. Neben der Hochschule werden auch die Forsythe Company und das Ensemble Modern auf dem Gelände eigene Häuser bekommen. Wann und wie genau diese Pläne realisert werden sollen, wird nun in öffentlichen Diskussionsrunden erörtert.

Ob die bestehenden Kramerbauten, vor allem das Philosophicum, als „Monument für die Rückkehr der Frankfurter Schule“ unter Denkmalschutz gestellt werden und erhalten bleiben oder abgerissen werden, ist noch nicht geklärt.


Zum Thema:

www.kulturcampusfrankfurt.de


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