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16.09.2002

„Geradezu wunderbar gelungen“

Pinakothek der Moderne in München eröffnet


Mit einem offiziellen Festakt wurde am 16. September 2002 in München die neue Pinakothek der Moderne eröffnet. Und obgleich es sich dabei jahrelang um ein ungeliebtes Projekt der bayerischen Landesregierung handelte, hatte sich der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber nun doch noch mit Hochdruck dafür eingesetzt, den Vorzeigebau rechtzeitig vor der Bundestagswahl zu eröffnen.

Realisiert wurde das ambitionierte Projekt von dem Münchener Architekten Stephan Braunfels. Er hatte 1991 den internationalen Wettbewerb für einen der wichtigsten europäischen Museumsbauten gewonnen und 1992 den Auftrag erhalten. Allerdings wurde der Baubeginn immer wieder durch die Politik verzögert, und erst eine private Spendenaktion, die in kürzester Zeit 30 Millionen Mark erbrachte, sicherte die Fertigstellung des 1996 begonnenen Baus.

Mit dem neuen Museum verbinden sich Alte und Neue Pinakothek sowie die Glyptothek, die Antikensammlung und das Lenbachhaus zu einem hochrangigen Museumsquartier in der Münchener Maxvorstadt. Der Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Türkenkaserne ist den bildenden Künsten des 21. Jahrhunderts gewidmet. Er vereint auf 12.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vier Sammlungen aus den Bereichen Kunst, Architektur, Graphik und Design.
Der Bereich Kunst ist der klassischen Moderne, von Beckmann über Klee bis Picasso sowie den nachfolgenden Künstlergenerationen (Baselitz, Polke, Judd, Twombly,..) gewidmet. Im Bereich Graphik werden 400.000 Zeichnungen und Druckgraphiken zu sehen sein. Die Architektur ist mit der Sammlung der TU München vertreten, die in mehr als 350.000 Zeichnungen und 500 Modellen die Arbeiten von Balthasar Neumann über Le Corbusier bis Günter Behnisch behandelt.
Die letzte Abteilung schließlich reicht von Exponaten des Industrial Design über Fahrzeuge bis hin zur „Computer Culture“.

Das neue Haus ist als 143 auf 68 Meter langer, kubischer Bau mit zentraler Ringkuppel ausgebildet. Der gläsernen Eingangsfront vorangestellt, formen dünne Betonsäulen eine Pergola, die den Auftakt zu einem Wintergarten mit Café bildet. Die Besucher betreten die Neue Pinakothek über zwei einander diagonal gegenüber liegende Eingänge. Beide führen unmittelbar in eine zentrale Halle, die, als klassische Rotunde ausformuliert, eine Höhe von 22 Metern und einen Durchmesser von 34 Metern aufweist. Die Rotunde mit verglaster Kuppel bildet nicht nur gestalterisch, sondern auch funktional den Mittelpunkt des Gebäudes: Die Besucher finden in der lichtdurchfluteten Halle die zentralen Bereiche des Museums und können alle Rundgänge durch die Sammlungen von hier aus beginnen. Bei der Materialität beschränkte sich Braunfels neben Glas vor allem auf Sichtbeton, von ihm gerne als „Marmor des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet.
Nicht nur die Architekturkritik feierte den klassisch schönen Bau. Auch der Direktor des Museums, Reinhold Baumstark, geriet ins Schwärmen über die „geradezu wunderbar gelungene Architektur“ der Pinakothek.


Zum Thema:

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Zu den Architektenprofilen:

Behnisch Architekten


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