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14.01.2015

Verunglücktes Raumschiff

Philharmonie de Paris von Jean Nouvel


Er war immer seiner Zeit voraus – hat sie ihn nun überholt? Heute eröffnet Jean Nouvels Philharmonie de Paris, bei deren Baubeginn im Jahr 2010 eine Fertigstellung für 2012 geplant gewesen war. Von der Ferne aus – der Pressebilder nach geurteilt – gleicht das gigantische Gebäude im 19. Arrondissement einem verunglückten Raumschiff.

Der Bau des konzerthauserprobten Nouvel –  er entwarf u. a. das Opernhaus in Lyon sowie Konzerthallen in Luzern und Kopenhagen – gilt als Frankreichs neues internationales Zentrum für Musik. Auf einer Grundfläche von 23.000 Quadratmetern erstreckt sich über sechs Geschosse eine Nutzfläche von 90.000 Quadratmetern, die ein komplex verschachteltes Raumprogramm beherbergt: ein Musiksaal, in dem bis zu 2.400 Besucher Platz finden, ein Zentrum für Musikausbildung mit fünfzehn Werkstätten, Vortragssälen und einem Aufnahmestudio, außerdem ein Panorama-Restaurant im ersten Stock sowie Cafés und Bars auf Parkebene. 800 Quadratmeter umfasst eine Ausstellungsfläche, die mit auf das Musikprogramm abgestimmten Wechselausstellungen bespielt werden soll. Durch das ganze Gebäude ziehen sich Foyers und Terrassen.

Das alles findet sich hinter einer Fassade, die den Charme pseudo-technologischer Architektur der 90er versprüht. Darüber stülpt sich ein Haufen zusammengeschobener Dachflächen, die ein unruhiges Muster überzieht. Von weitem erinnert die Dachhaut an einen Schwarm aufgeschreckter weißer Tauben im grauen Himmel. In Bernhard Tschumis Parc de la Villette gelegen kann sich der Neubau auch als eine Hommage an den Dekonstruktivismus lesen lassen.

Aber das Aussehen ist nicht alles, bei einer Philharmonie geht es schließlich um die Musik. Und die kann sich hören lassen, denn Nouvel und sein Akustiker Sir Harold Marshall nahmen sich zwar die Berliner Philharmonie von Hans Scharoun zum Vorbild, entwickelten deren Modell aber wesentlich weiter. Die Ränge sind nun frei eingestellt, so dass selbst die hintersten Reihen so nah am Orchester sind wie in keinem anderen Konzerthaus dieser Größe. (lr)

Fotos: Julien Mignot


Zum Thema:

Augen zu, Ohren auf: Die uncube-Ausgabe No. 21 widmet sich dem Thema „Acoustics“


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