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12.07.2012
Schroffe Kanten, weiche Wellen
Parkerweiterung in Stuttgart
Stuttgart gilt als kompakte, urbane aber auch grüne Stadt. Und so spielt neben dem Wohnen auch die Fortentwicklung bestehender Grünzüge eine große Rolle in der Stadtplanung. Vor allem das „Güne U“ zwischen den Schlossgärten und dem Höhenpark Killesberg steht dabei im Fokus, denn auf dem Areal der ehemaligen Messe hat sich durch deren Umzug die Chance für ein neues Quartier ergeben. Daran wird bereits kräftig gebaut; Teil der Maßnahmen ist die „Zukunft Killesberg“, wofür sich Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, München, und Pfrommer und Roeder Landschaftsarchitekten, Stuttgart, zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Ende letzter Woche wurde die Parkerweiterung eingeweiht.
Der Park hat eine wechselvolle Geschichte, die vom Steinbruch bis zum hochgelobten Beispiel der Gartenbaukunst der 1930er Jahre von Hermann Mattern reicht. Die Bedeutung des Areals als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung ist traditionell hoch.
Die Planergemeinschaft stand zunächst vor der vage formulierten Aufgabe, Ökologie und Ökonomie miteinander zu verbinden und neuen urbanen Lebensraum zu schaffen. Ihre „Grüne Fuge“ soll das Herzstück des neuen Quartiers werden.
Unter zukunftsorientierter Planung versteht das Team einerseits die Bezugnahme auf die Vergangenheit des Orts, aber auch dessen Neuinterpretation durch bewusste Überformung. Die Planer haben zwei Charakteristika miteinander verbunden: die harte Topografie durch die Steinbrüche der Vergangenheit (eine Abbruchkante ist noch vorhanden) und weiche Landschaftsformen. Aus den schroffen Kanten entwickelt sich die Landschaft nun über rundere Formen bis hin zu sanft gewellten „Rasenkissen“. Durch die Bewegung in der Topographie, ihre künstliche Anhebung an manchen Stellen und unterschiedlich tief eingeschnittene Wege sind für die Besucher immer wieder andere Perspektiven möglich. Zugleich handelt es sich um ein recht offenens Konzept, dass auch auf die weitere Entwicklung und Veränderung des gesamten Quartiers reagieren kann.
Fotos: Achim Birnbaum Architekturfotografie
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