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13.07.2015

Von Tour und Taxis

Neutelings Riedijk bauen in Brüssel


Man kann es für einen Scherz halten, wenn in Brüssel ein proletarisches Hafenviertel nach „Tour et Taxis“ benannt ist. Doch ganz so abwegig ist der Name nicht, denn in der belgischen Hauptstadt haben die Vorfahren des Fürsten Albert von Thurn und Taxis tatsächlich einmal gelebt. Hier fand die hübsche Namensverschmelzung des medienbekannten Adelsgeschlechts statt, hier begannen im 16. Jahrhundert die Ursprünge seines Postunternehmens, mit dem die noble Familie genug Reichtum erlangte, um sich später zum Beispiel in Regensburg eine barocke Residenz zuzulegen.

An der Erfolgsgeschichte dieses Adelsgeschlechts wird sich wohl die Brüsseler Stadtverwaltung orientieren, denn als „Tour et Taxis“ bezeichnet sie ebenfalls ein Entwicklungsprojekt, mit dem das vernachlässigte Viertel zwischen dem Brüsseler Nordbahnhof und dem Hafen aufgewertet werden soll. Neutelings Riedijk Architecten aus Rotterdam tragen zu den Plänen bei. Mit ihrem Neubau, in dem zukünftig die flämische Regierung in der Hauptstadt ihren Sitz haben wird, wird diesen Monat begonnen.  

Das Rotterdamer Büro adaptiert für das Herman Teirlinck Building – benannt nach einem flämischen Romancier und Kulturpolitiker – die Blockform der umliegenden Bauten. Das Hauptvolumen ist ein breiter, sechsgeschossiger Quader. Einzelne, würfelförmige Gebäudeteile schneidet das Rotterdamer Büro aus seiner Front heraus. Als offenes Entrée, ebenerdige Außengalerie oder eingerücktes Glasquadrat kontrastieren diese großflächigen Einschnitte mit der streng gerasterten Fassade. Ebenfalls gerastert, aber ohne Brüche, ist ein Würfel, der dem Hauptvolumen mit sieben Etagen aufgesetzt ist. Sechzig Meter soll der Bau einmal hoch sein.

Eine gemischte Nutzung planen Neutelings Riedijk für die 66.500 Quadratmeter Nutzfläche des Gebäudes. Wie auch im „Royal Warehouse“ von 1910, das unweit in einer Flucht mit dem zukünftigen Teirlinck-Bau steht, soll sich durch den Neubau eine innenliegende Straße ziehen. Entlang der Längsseite des Gebäudes wird so eine offene Passage entstehen, an der sich die öffentlichen Geschäfts-, Ausstellungs-, Gastronomie- oder Eventräumlichkeiten reihen.

Im geschlossenen Bürobereich der oberen Etagen legen die Architekten vier Lichthöfe an. Um diese auflockernden Räume im Kern des Gebäudes sollen sich die Büros der flämischen Regierungsrepräsentanz gruppieren. Die zukünftigen Mitarbeiter in diesen Räumlichkeiten werden im Übrigen nicht von „Tour et Taxis“ sprechen, sondern von „Thurn en Taxis“. (sj)


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