Gelassen wie ein Herrenhaus
Neubau von Pedevilla Architekten in Südtirol
Wenn die Landschaft wunderschön ist, kann Architektur sie zerstören. Das Südtiroler Büro Pedevilla Architekten kennt sich mit dieser Herausforderung bestens aus. Für ihr dunkles Ferienhaus in den Dolomiten haben sie bereits eine Reihe von Preisen bekommen. Jetzt wurde ihr Pendant dazu fertig gestellt: ein weißes Einfamilienhaus im Ahrntal. Das Haus am Mühlbach fügt sich wie ein „weißer Monolith in die umgebende Landschaft ein und erweckt gleichzeitig die ruhige und elegante Gelassenheit eines Herrenhauses“, beschreiben die Architekten ihren Entwurfsansatz für den Neubau in der steilen Berglandschaft.
Um die Umgebung formal zu spiegeln, ist das Haus kein typischer Kubus geworden. Mit einer ansteigenden Dachform ergänzt der Neubau auf 862 Metern Höhe die benachbarten Berge und macht so gleichzeitig die nach oben trachtende, lose Raumabfolge ablesbar.
Die Bewohner gelangen entweder über eine tiefer versetzte Garagenzufahrt an der Schmalseite oder über das hölzerne Zugangsportal an seiner Längsseite in ihr Wohnhaus. Die interne Raumabfolge wurde halbgeschossig versetzt und reicht von dem im Erdgeschoss angelegten Koch- und Essbereich bis hin zum Wohnbereich im Dachgeschoss. Der Lichthof im Zentrum soll die vorhandenen Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Ebenen verstärken.
Bestimmend sind die Details. Mit einer einheitlichen Materialwahl aus lokalen Sanden, Kalk und Weißzement unterstreichen die Architekten den monolithischen Charakter des Gebäudes. „Die Fassadenoberfläche präsentiert sich in einem gewaschenen Grobputz“, erläutern die Planer. „Ergänzend dazu gibt es glatte, individuell gefertigte Betonfensterbänke aus Weißzement sowie das auskragende Vordach über dem handgeschroppten Eingangsportal aus Ulmenvollholz. Auch die rautenförmigen Dachplatten wurden aus Weißzement und Dolomitsanden handwerklich hergestellt und anschließend sandgestrahlt um eine getreue Abstimmung mit der Fassade zu erreichen.“
Handwerkliche Qualitäten haben die Architekten auch im Inneren fortgesetzt und holten die Landschaft in ihr Gebäude: Der Innenputz auf Kalkbasis, Sumpfkalk, Marmorsanden und Erdpigmenten wurde durch Spachtelung mit anschließendem Glattziehen aufgetragen. Handgehobeltes Ulmenvollholz sowie die Verlegung von Passeirer Gneis und Natursteinplatten im Römischen Verband ergänzen dieses Bild. (jk)
Fotos: Gustav Willeit
Wer das so plant hat keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit. Wer es herausretuschiert steht nicht zu seiner Arbeit. Beides nicht schön...
aber @m.j.h. ... die fenster dürfen das! ... "rein zufällig" sein ... wer wie in bild 4 so einen ausblick hat will/soll(te)/muss ihn nutzen ... da will ich keinen bild an ner wand haben sondern genau diesen ausblick mit seinen veränderungen täglich geniessen mit dem fenster als "rahmen" ... und zu guter letzt: ästhetik: vorhanden und immer noch geschmackssache form: vorhanden und zeitgemäss (das rechteck und der kreis sind nicht "das" heilmittel für jeden guten bau proportion: kann ich sehen und fühlen (muss ja nicht immer der goldene schnitt sein) farbwahl: find ich super, da die benutzer genügend farbe mitbringen werden (aber ich bin auch der meinung, dass ein kindergarten keine "farbe" braucht ... das machen die kinder dann schon) symetrie: no comment ... aus der zeit sind wir raus, dass das ein muss ist um gutes zu gestalten mein fazit für den bau: zeitgemäss in solch einer umgebung + viele schöne details ... thumbs up
Für einen normalen Betrachter sieht die Aufnahme wie ein Haus aus den 60er/70er´n aus und noch schief dazu. Die Fenster sind rein zufällig in die Fassade gestreut, haben keine ausgewogene Proportion und sind im Raum undefiniert groß und globig. Die sonstige Innenraumgestaltung ist sehr ansprechend, das ist eine echte Stärke des Planers! Aber wo bleibt der Anspruch von Ästhetik, Form, Proportion, Farbwahl und Symmetrie, die die großen Architekten und Baumeister der Neuzeit noch hatten?