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http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Museum_in_Kilkenny_von_McCullough_Mulvin_Architects_5158518.html

06.09.2017

Bloody Historical

Museum in Kilkenny von McCullough Mulvin Architects


Die St. Mary’s Church in Kilkenny ist ein Sakralbau aus dem 13. Jahrhundert. Nach Jahrzehnten der doppelten Nutzung durch die Gemeinde und die ortsansässige Freimaurerloge kaufte der Gemeinderat die Kirche im Jahr 2010, um sie in ein Mittelaltermuseum zu konvertieren: Als St. Mary’s Hall soll sie zukünftig den Ausgangspunkt für die Medieval Mile darstellen, eine touristische Wanderroute entlang der vielen Monumente, über die Kilkenny als irische Haupstadt im Mittelalter noch immer verfügt. Den Umbau der im Laufe der Zeit immer wieder überformten Kreuzkirche übernahmen McCullough Mulvin Architects (Dublin), die sich der Bauaufgabe mit Feingefühl und vielleicht auch einer gewissen typisch katholischen Faszination für Morbides und Monströses näherten.

Es sind eher karge Räume mit hart kontrastierenden Materialien, die sich auf den Bildern präsentieren. Weiße Wände treffen auf sauber freigelegtes Natursteinmauerwerk. In der Vierung wird das hölzerne Gebälk sichtbar, in den Steinboden eingelassene Sichtfenster geben den Blick in die Katakomben frei. Einige der An- und Umbauten des 20. Jahrhunderts wurden erhalten, andere abgerissen, um den Chor und das nördliche Schiff dem ursprünglichen Grundriss entsprechend zu rekonstruieren. Als Basen hierzu dienten die noch existierenden Ruinen der Mauerwände, die McCullough Mulvin allerdings neu interpretierten. Die zwei zeitgenössischen Ergänzungen sind mit ihrem 2,24 Millimeter starken Bleiüberzug von außen als metallische Giebelbauten deutlich ablesbar.
 
Der zugehörige Friedhof wurde bereits vor einiger Zeit öffentlich zugänglich gemacht. Er versammelt eine Vielzahl bedeutender Grabmale vom 13. Jahrhundert bis heute, die teilweise verwittert und vom Efeu umrankt, scheinbar ungeordnet einen Parcours der Relikte bilden. Auf ähnliche Weise sind die Originale und Repliken der Irischen Kreuze im Kirchenraum inszeniert: Recht lose entlang der Wände verteilt und teilweise nur an Rampengeländer gelehnt, verschmelzen die Exponate mit dem Hintergrund ihres Ausstellungsraumes und seinen minutiös herausgearbeiteten Details. Die zwar komplexe, doch großzügige Raumfolge der St. Mary’s Hall ist Folie für die archaische Steinmetzkunst des Mittelalters – und steht ihr als räumliches Pendant, was Reduktion und Monumentalität anbelangt in nichts nach. Eben Bloody Historical. (kms)

Fotos: Christian Richters


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