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02.08.2011

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Raffiniertes Ding

Landschaftsplanerischer Wettbewerb in Stuttgart


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Der Stuttgarter Stadtbaurat saß in der Jury. Sein Eindruck: „Ich habe mich von meinen eigenen Vorstellungen, einen Platz betreffend, im Lauf der Jury-Sitzung verabschiedet“. Statt eines „steinernen öffentlichen Raums“, wie zum Beispiel der Pariser Platz in Stuttgart, sei nun ein „raffiniertes Ding“ mit einer Kombination von Bäumen und Wasser entstanden – kurz: „ein unerwartetes Ergebnis“. Die Rede ist vom landschaftsplanerischen Gutachterverfahren (Mehrfachbeauftragung) „Mailänder Platz“ in Stuttgart. Der Mailänder Platz entsteht auf einem ehemaligem Bahngelände am Stuttgarter Hauptbahnhof und ist Bestandteil der Planungen für „Stuttgart 21“.  Der städtebauliche Masterplan stammt von RKW; hier steht auch die neue Bibliothek für Stuttgart 21 (siehe BauNetz-Meldung vom 17. 8. 2010). – Die Jury unter Vorsitz von Cornelia Bott kürte in dem jetzigen Verfahren vier Preisträger:

1. Rang: Atelier Dreiseitl GmbH, Gerhard Hauber, Überlingen

2. Rang: Plankontor S1, U. Schuster, 70199 Stuttgart

3. Rang: West 8 urban design & landscape architecture, Adriaan Geuze, Rotterdam

4. Rang: g2 Landschaftsarchitekten, Jan-Frieso Gauder, Stefan Gehring, Andrea Berg, Stuttgart

Die Jury urteilte über den 1. Preis: „Der Entwurf zeichnet sich durch zwei zentrale Ideen aus: Eichenhain und Basaltplateau mit Wasserspiel. Diese geben dem Platz eine klare Identität. Dabei überrascht die Intensität und Größenordnung des so genannten Eichenhains im Zentrum des Platzes.  Beide zentralen Entwurfselemente (Wasserrampe und Baumhain) bieten zu allen Jahreszeiten gute Aufenthaltsqualitäten für unterschiedliche Nutzergruppen. Durch die schräge Basaltplatte auf die mittels Fontänen Wasser gespritzt wird, entsteht keine Beckensituation. Auf dem Basaltplateau steht kein Wasser, es ist somit flexibel nutzbar.  Für den individuellen Nutzer ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Aneignung. Unterschiedliche Nutzergruppen – beispielsweise auch Kinder – finden attraktive Räume vor. Der Bibliothek wird ein würdiges und qualitätvolles Vorfeld gegeben, der Zugang ist gut mit dem Platz verbunden. Für die Wohnungen bieten sich attraktive Blicke auf ein grünes Dach.

Der Entwurf ist klar und konsequent entwickelt. Aufgrund seines identitätsstiftenden Charakters und seiner Aufenthaltsqualitäten für verschiedenste Nutzergruppen stellt er einen positiven Beitrag dar.“


Kommentare

2

eiche | 05.08.2011 13:03 Uhr

milaNO?

hast schon recht, da hat man nur was von der dachterrasse aus davon. etwas unrealistisch finde ich, wie die bäume allgemein da funktionieren sollen!? auf dem platz selbst hat man ja teilweise nur einen aufbau von ca. 1,5m wegen dem versorgungstunnel. die zwei am stadtbahn-schacht noch weniger... auch hat man von der hatlestelle türlenstraße kommend nur sehr wenig platz als durchgang zwischen becken, gastro und bäumen...

...aber im lageplan kommt´s halt gut, ge?

ganz abgesehen von den kosten. der entwurf sprengt auf jeden fall mal den angesetzten rahmen!

bin mal gespannt, wie die realisierung aussieht, wenn die stadt ein gutachterverfahren ansetzt aber der investor es bauen soll.

ach ja, liebe redaktion: die überschrift ist etwas irreführend. das ding hat jetzt mal garnichts mit landschaftsplanung zu tun. treffender wäre "freiraumplanerischer" wettbewerb!

1

quercus | 03.08.2011 06:13 Uhr

robur

Ein klasse Entwurf mit Charakter von Dreiseitl. Stark genug um der doll traurigen Bibliothek ein bisschen Leben einzuhauchen.
Nur "Für die Wohnungen bieten sich attraktive Blicke auf ein grünes Dach" macht stutzig - Hat Dreiseitl jetzt die Zwerg-Eiche erfunden? Die Visualisierung suggeriert es zumindest. Bei 20-25m Baum-Höhe hat höchstens das Dachgeschoss noch einen attraktiven Blick von oben.

 
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