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09.02.2017

Sakrales Kraftwerk

Landmarke von C.F. Møller in London


Expressive Formen im Kraftwerksbau sind in Skandinavien weitaus gebräuchlicher als hierzulande. Die „Kathedrale“ in Roskilde ist dabei nur ein extremes Beispiel unter vielen. Das grüne Licht von kadawittfeldarchitektur in Düsseldorf wirkt dagegen eher funktionsbetont. Das dänische Architekturbüro C.F. Møller hat mit seinem neuen Heizkraftwerk in London beide Ansätze verbunden: Ein expressiver Schornstein ergänzt den dezent transparenten Industriebau. Der britische Künstler Conrad Shawcross entwarf die goldene Skulptur.

Als „neue Landmarke für nachhaltige und bezahlbare Energie“ auf der Greenwich-Halbinsel soll das „Low Carbon Energy Center“ nicht nur gut aussehen und 10.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen, sondern auch noch den Prozess der Energiegewinnung „demystifizieren“. Besuchergruppen werden gern empfangen. In der flexibel unaufgeregten Architektur steht die Sichtbarkeit der technischen Abläufe deshalb im Vordergrund. Ein großes Sichtfenster ist aus dem schwarzen Kubus herausgeschnitten. Zwischen schwarzen Sonnenschutz-Lamellen gewährt es Einblick in das weiß ausgekleidete Besucherzentrum. Weiße Lamellen an der Decke des zweigeschossigen Raumes mit Galerie korrespondieren optisch mit den schwarzen Lamellen. Komplementär zu dieser schwarz-weißen Zurückhaltung steht der goldene Schornstein aus gold-schimmernden Dreiecken. Das Lochblech wirkt – je nach Sonnenstand – opak oder transparent, verschmilzt farblich mit dem Himmel oder ragt in ihn hinein.

Ähnlich wie das Stockholmer Fährterminal überzeugt auch das Heizkraftwerk von C.F. Møller durch klug platzierte und gegliederte Baumassen, deren metallenes Äußeres eine solide Funktionalität zu versprechen scheint. Durch den zugesetzten Schornstein erhält des Gebäude einen städtebaulichen Hochpunkt, dessen Inszenierung dem Kraftwerk besonders in Richtung der Autobahn eine sakrale Anmutung verleiht – eine Parallele zu Roskilde. Das System der Energieversorgung ist vielleicht so etwas wie die Kraft, „die unsere Welt im Innersten zusammen hält“ – insofern erscheint sowohl die Sichtbarmachung dieser Kraft als auch deren städtebauliche Inszenierung gerechtfertigt. (dd)

Fotos: Mark Hadden


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