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02.12.2013

Kletterpflanzen und Beton

Laborgebäude in Granada


Forschen lässt es sich am besten mit klarem Kopf. Allzu große Formenvielfalt stört da nur die Konzentration und auch den Sinn der Wissenschaftler für Genauigkeit. Und: Vor saftig-grauem Sichtbeton sehen weiße Laborkittel einfach am besten aus. Bei seinem Laborgebäude für die Universität von Granada hat Miguel Martínez Monedero (ebenfalls Granada) also alles richtig gemacht. Und noch ein wenig mehr, bietet doch die begrünte Fassade etwas Abwechslung in der ansonsten eher harschen Umgebung eines südspanischen Wissenschaftsparks.

Das neue Gebäude erweitert auf einer Restfläche das bestehende biomedizinische Forschungszentrum um mehrere Speziallabors der Sicherheitsstufe P3, die als abgeschlossene „Bunker“ integriert sind. Weitere abgeschlossene Einheiten stehen für Lebendversuche und radiologische Untersuchungen zur Verfügung. Um das Gebäude hinsichtlich zukünftiger Anordnungen flexibel zu halten, wurde es als Stahlbeton-Skelettbau mit offenen Grundrissen ausgeführt, bei dem nur die Treppenhäuser für Aussteifung sorgen. Neben den hier fast schon spartanisch wirkenden Grundmaterialien Glas und Beton sorgen die Böden aus transparentem Kunststoff für einen besonderen Glanz.

Angesichts der eher abstrakten Forschungstätigkeit der Nutzer entschied sich Monedero allerdings bei aller Nüchternheit für eine Art sprechende Fassade. Die Farbcodierung der Geschosskanten wurde von Trägerplatten im Laborkühlschrank abgeschaut, deren Grün durch ein Pigment zur Kontraststeigerung von Gewebeproben entsteht. Ergänzt wird diese künstliche Farbigkeit durch echtes Grün in Form von einheimischen Kletterpflanzen, die – durch eine Zisterne mit Wasser versorgt – hoffentlich schon bald üppig wuchernd als eine Art zweite Fassade die Innenräume lebendig verschatten.

Fotos: Javier Callejas


Zum Thema:

Noch mehr Laborgebäude? In unserer Baunetzwoche #342 „Unterm Mikroskop – Forschungsarchitektur von A bis Z“ und auf Designlines „Labor hoch sechs“


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