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18.12.2015

Verrohter Barock

Kuehn Malvezzi gewinnen Wettbewerb zur Berliner Parochialkirche


Noch ist der Turm nicht da, aber auch den soll es bald wieder geben. Die Parochialkirche steht versteckt in der Berliner Klosterstraße. Im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört, wurde die 1694 vom preußischen Baumeister Johann Arnold Nering entworfene Barockkirche im Zuge des Ostberliner Wiederaufbaus vernachlässigt. In mehreren Etappen wurde die Kirche, die als erstes Berliner Gotteshaus für die Anhänger der reformierten Kirche errichtet wurde, langsam erneuert und einer zeitgenössischen Nutzung als Gemeinde-Kulturraum unterzogen.

In der Liturgie der Calvinisten liegt auch begründet, warum Nering die Parochialkirche als Zentralbau anlegte. Vier Konchen, kreuzförmig angeordnet, wachsen in ihrem Innenraum hoch hinaus und kommen an einem Schnittpunkt in der Mitte des Gemeindesaals zusammen. Bei der Sanierung und Wiedererrichtung der Kirche nach der Wende hielt man sich an das denkmalpflegerische Konzept, den Originalzustand nicht zu rekonstruieren, sondern den Raum in einem rohen Backstein zu belassen. Diesem Modell folgend wird er jetzt erneut restauriert und ertüchtigt.

Die Evangelische Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien und die Stiftung Kirchliches Kulturerbe lobten dafür im letzten Jahr einen Ideen- und Realisierungswettbewerb aus. Elf Arbeitsgemeinschaften, darunter GRAFT, Max Dudler und AFF , reichten ihre Entwürfe zur Begutachtung ein. Mit zwei zweiten Plätzen hat das Preiskomitee schließlich die Entwürfe von Kuehn Malvezzi Architekten (Berlin) / Winter Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik (Berlin) und von Knerer und Lang Architekten (Dresden) / GESA – Ingenieurgesellschaft für Technische Gesamtplanung (Dresden) besonders gewürdigt.

Mit dieser Prämierung entschied sich die Jury, der unter anderem die Architekten Volkmar Bleicher und Volker Staab sowie die Denkmalpflegerin Sabine Schulte angehörten, für zwei sehr zurückhaltende Konzepte. Beide Gewinnerentwürfe greifen wenig in das rohe Backsteinmauerwerk und die Raumwirkung der Nering’schen Architektur ein. Kühn ist schon der Vorschlag von Knerer Lang, den bislang offenen Dachstuhl mit einer Kuppelscheibe zu schließen. Gleichzeitig verfolgt das Dresdner Büro die Idee, die Konturen der Konchen mit einer Ausstellungsarchitektur nachzuzeichnen.

Der Entwurf von Kuehn Malvezzi soll realisiert werden. Das Berliner Büro schlägt eine temporäre Ausstellungsarchitektur vor, die flexibel für verschiedene Anlässe nutzbar ist. Den Dachstuhl der Kirche lassen sie offen. Im Kontrast zu diesen freien Elementen planen die Architekten, eine Orgel auf einer hölzernen Empore in die Westkonche zu setzen. Sie orientiert sich an historischen Vorbildern des Barock – etwa die Michaeliskirche in Hamburg – und definiert den Innenraum somit auch als Ort einer kirchlichen Gemeinde. (sj)


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2. Platz, der realisiert wird: Kuehn Malvezzi Architekten (Berlin) / Winter Beratende Ingenieure (Berlin)

2. Platz, der realisiert wird: Kuehn Malvezzi Architekten (Berlin) / Winter Beratende Ingenieure (Berlin)

2. Platz: Kuehn Malvezzi Architekten (Berlin) / Winter Beratende Ingenieure (Berlin)

2. Platz: Kuehn Malvezzi Architekten (Berlin) / Winter Beratende Ingenieure (Berlin)

2. Platz: Knerer und Lang Architekten (Dresden) / GESA – Ingenieurgesellschaft für Technische Gesamtplanung (Dresden)

2. Platz: Knerer und Lang Architekten (Dresden) / GESA – Ingenieurgesellschaft für Technische Gesamtplanung (Dresden)

2. Platz: Knerer und Lang Architekten (Dresden) / GESA – Ingenieurgesellschaft für Technische Gesamtplanung (Dresden)

2. Platz: Knerer und Lang Architekten (Dresden) / GESA – Ingenieurgesellschaft für Technische Gesamtplanung (Dresden)

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