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01.02.2016

Heiße Raumfahrt

Kühlanlage in Köln von pbr


Würde Howard Joel Wolowitz, der Ingenieur unter den vier Nerds in der Sitcom The Big Bang Theory, nicht am California Institute of Technology forschen, er würde womöglich an diesem Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln seine Instrumente für die NASA testen. Neun Einrichtungen in den Feldern Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit erproben hier technische Komponenten, ehe sie in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen. Und dieser Testbetrieb für Hochleistungsgeräte erzeugt Wärme – viel Wärme, die nur stark abgekühlt in die Umwelt überführt werden kann. Eigens zu diesem Zweck wurde eine Kühlturmanlage von der pbr AG konzipiert und umgesetzt.

Die Anlage ist ein gigantomaner Organismus mit Wasserbecken und -leitungen, mit einem eigenen Pumpenhaus, einem Ventilator, dessen Flügel einen Durchmesser von acht Metern erreichen und an den Spitzen eine Geschwindigkeit von 271 km/h erlangen können, mit Prozessleittechnik und lufttechnischen Anlagen. Entsprechend zeigt sich auch ihre Architektur kreatürlich: Den Hauptbau bildet ein Betonquader mit Doppelrumpf, dem zwei breite Kühltürme aufsitzen. Große Rohre dringen als grüne, gewundene Leitungen seitlich aus den Wänden wie Darmtrakte heraus. Der Sockel wird von großen Lamellen geöffnet, die ihrerseits an Kiemen erinnern.

Das Innere ist gänzlich auf das Funktionieren dieses Organismus ausgerichtet: Am Boden des Kühlturms befindet sich die zweigeteilte Kühlturmtasse mit einem warmen und einem kalten Becken. Das heiße Wasser wird in den Kühlturm gesprüht, während kalte Luft durch die Lamellenstruktur im Kühlturmsockel angesaugt wird. Die beiden Ventilatoren, deren Motoren außerhalb des Gebäudes von einem separaten Bauteil andocken, transportieren die warme Luft nach außen. Das gekühlte Wasser wird dem Kühlkreislauf wieder zugeführt.

Unmittelbar neben dem Kühlturm wurde das Pumpenhaus mit der kompletten Regelungstechnik und Stromversorgung errichtet. Voraussichtlich wird sich der Kühlturm innerhalb von zwei Jahren um fünf Zentimeter mehr setzen als das Pumpenhaus. Um Schädigungen zu verhindern, wurden alle relevanten Verbindungsleitungen mit Kompensatoren ausgestattet. Wir stellen fest: Wolowitz wäre hier recht glücklich. (sj)

Fotos: Axel Hartmann


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Zu den Architektenprofilen:

pbr Planungsbüro Rohling AG


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