Den alten Westen aufpolieren
Kleihues+Kleihues planen Umbau des Kudamm Karrees in Berlin
Das Ku'damm Karree ist ein Signet für die Westberliner Klüngeljahre. Ende der Sechzigerjahre erwarb die in der Stadt durch ihre Bauskandale berühmte Architektin Sigrid Kressmann-Zschach exklusive Grundstücke zwischen Kurfürstendamm, Lietzenburger Straße und Uhlandstraße. Ungeachtet der umliegenden Altbauten setzte sie einen 20 Stockwerke hohen Büroturm in die Mitte des Areals. Die dazwischen liegenden Flächen füllte sie mit einem verwinkelten Bau, der als spektakuläre Mikrostadt bis heute Shoppingcenter, Theater, Museum, Garage und einen Luftschutzbunker verbindet.
Der vergilbte Charme einer längst vergangenen Vision der City West hängt diesem Bau heute an. Doch für den Immobilieninvestor, der das Wohn- und Bürohochhaus 2014 erworben hat, ist das Ku'damm Karree „in die Jahre gekommen“. Eine „moderne und zukunftsfähige Stadtteilreparatur“ strebt die CELLS Bauwelt GmbH für das 20.000 Quadratmeter große Grundstück nun an. Für die Realisierung seiner Pläne hat sich der Investor nicht David Chipperfield ins Boot geholt, der 2010 schon einmal seine Ideen zum Umbau der Anlage veröffentlicht hat, sondern Kleihues+Kleihues. Das Berliner Büro kennt sich mit Umbauprojekten dieser Größenordnung bestens aus, wie es das Beispiel der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz zeigt.
Vereinheitlichung und eine Gitterfassade aus hellem Naturstein, das sind zunächst die äußerlichen Maßnahmen, mit denen Kleihues+Kleihues den Gebäudekomplex zeitgemäß umgestalten möchten. Den kleinteiligen, niedrigen Part von Kressman-Zschachs Architektur möchte das Berliner Büro zu Riegeln zusammenführen. Eine bedeutende städtebauliche Veränderung ist die Öffnung des Areals zum Kurfürstendamm. Ähnlich wie die unweit gelegenen Leibniz-Kolonnaden von Hans Kollhoff soll der zukünftige Gebäudekomplex eine Piazza umschließen, die von Gewerbe- und Büroflächen gerahmt wird.
Zentrales Gebäude auf diesem Platz soll ein Theaterpavillon sein. Im Fifties-Style wird der ovale Theaterbau mit weit auskragendem Vordach aus der sonstigen Einheitlichkeit herausfallen. Fahrstühle und eine repräsentative Freitreppe führen an den Kassen und gastronomischen Einrichtungen vorbei in den im Untergeschoss befindlichen Zuschauerraum. Die CELLS GmbH rechnet mit einer Fertigstellung 2019. (sj)
Leider wird der Renditedruck durch mehrfaches Beplanen und Verkaufen so groß, dass gute Lösungen immer schwerer werden. Dem privaten Bauherrn, der über Baurecht verfügt, ist da nur schwer in die Parade zu fahren. Eine Pressemitteilung der Kammer bringt uns da übrigens auch nicht weiter.
Die Theater sind insgesamt veraltet, daß heißt zum Beispiel: durchgesessenen Sitze mit enger Armfreiheit, kaum bis garkeine Beinfreiheit, zu wenig Toiletten. Was es aber hat ist zentnerweise CHARME. Der muß und sollte erhalten bleiben und in den Neubau eingebaut werden, z.B. die schöne Deckenleuchte, die Logen, ..... Ich vergleiche es wie eine Oldtimer-Restaurierung. Innen moderne Technik, außen alles Original.
und nein ich denke es wird sich wenig ändern, die politik ist einfach zu schwach und das volk sitzt vorm TV und schaut dschungelcamp. und selbst bei einem wettbewerb wird sich da nicht so viel ändern, auch da werden meist die immer gleichen zum zuge kommen. daher umso mehr respekt vor den architekten, die es schaffen gute projekte abzuliefern.