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18.08.2015

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Spielen auf Wolke 10

Kita auf Parkhaus in Nürnberg


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Städtebaulich gesehen gelten Parkhäuser als leblose Nicht-Orte, selbst wenn sie, wie in der Wölckernstraße in Nürnbergs Südstadt, im Erdgeschoss durch Geschäfte zivilisiert werden. Seit Jahrzehnten hat dort das Musikhaus Klier seinen Sitz, und als der bisherige Inhaber und Betreiber des Parkhauses in finanzielle Schwierigkeiten geriet, erwarb Andreas Klier, der Sohn des Firmengründers, das Gebäude aus den späten Siebzigern.

Hinter dieser Entscheidung stand sicherlich ein gewisser Pragmatismus, aber Klier hatte auch eine visionäre Idee, wie sich das alte Parkhaus im innerstädtischen Alltag nützlich machen könnte. Im dichten Quartier fehlt es an Raum für öffentliche Funktionen, während zugleich die beiden obersten Etagen des Parkhauses noch nie so richtig in Benutzung waren. Warum also nicht hier, in privilegierter Höhe, eine Kindertagesstätte errichten, die sich durch einen spektakulären Ausblick auf die ganze Stadt auszeichnet?

Für diese Idee musste bei den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik erst einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, doch dann ging alles ganz schnell: Nach nur neun Monaten war der Holzbau von querwärts ARCHITEKTEN (Nürnberg) fertiggestellt. Die integrative und interkulturelle Einrichtung, die passenderweise über einen musikalischen Schwerpunkt verfügt, unterteilt sich in einen länglichen Holzbau mit Panoramascheiben und einen tiefer gelegenen Freibereich, der durch drei Meter hohe Mauern gut gesichert ist. Erschlossen wird die Kindertagesstätte durch einen eigenen Aufzug.

Was zunächst nach einer urbanen Notlösung klingt, wird mit dem Namen der Kindertagesstätte Wolke 10 Programm. Nicht nur, dass es sich über den Dächern ungestört und lärmgeschützt spielen lässt, auch räumlich bietet die Einrichtung bei einer Außenfläche von 1.200 Quadratmetern mehr als so manche innerstädtische Kita auf dem Erdboden. Durch die beiden Ebenen des Daches entsteht eine differenzierte Spiellandschaft, die sich dank hölzerner Einbauten auch im Gebäude fortsetzt.

Auf Natur müssen die Dachkinder nicht verzichten: Zumindest über den stabilisierenden Unterzügen des Parkhauses konnte eine Bepflanzung angelegt werden, die sich mit den Jahren zu einem richtigen Baumbestand auswachsen soll. Die luftige Wolke ist dann zugleich eine grüne Oase, die sich der vorbildlichen Initiative eines engagierten Bauherren verdankt. (sb)


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Kommentare

12

Sabina | 06.11.2015 02:16 Uhr

Grandios!

Dieses Projekt ist ein Leuchtturm im sonst stockdunklen, beliebigen Architektureinerlei Nürnbergs. Es ist zu hoffen, dass endlich Kurs auf derart ästhetische und nachhaltige Projekte genommen wird.

11

micha | 10.09.2015 13:39 Uhr

Bedenkenträger

Ich finde die Idee auch toll - allerdings bin ich kein Erzieher und bin nicht tagtäglich mit meinem Leben bedroht.
Und wenn man bedenkt, wie viele Erzieher schon von den Dächern geweht wurden, muss man die Bedenken von Frau Mauel schon ernst nehmen.

10

Angelika Mauel | 29.08.2015 22:21 Uhr

Null Begeisterung

Als Erzieherinnen wünsche ich mir, dass bloß nicht noch mehr Kitas mit Dachterrassen "durchgeboxt" werden können. Welcher Windstärke werden Kinder und Erzieherinnen ausgesetzt? Kann sich zwischen den Mauern die Hitze im Sommer stauen?
Es sind schon Kinder aus den Fenstern mehrgeschossiger Kitas gefallen und im Netz habe ich (nicht auf dieser Seite) schon Zäune gesehen, von denen ich weiß, dass Kinder sie flott überwinden könnten.
Je höher eine Kita ist, umso bedenklicher erscheint mir auch ihre Rettung im Falle eines Brandes oder einer Katastrophe.

9

T. Holmes | 26.08.2015 13:56 Uhr

Tipptopp!

Der Vergleich mit dem ursprünglichen Zustand lässt einen nur staunen und verdient Respekt. Gratulation zu einem wirklich gelungenen Projekt!

8

DasHolzspatel | 19.08.2015 14:19 Uhr

Oben auf...

Klasse. Ein Kindergarten der nicht ("KINDGERECHT")
bunt ist. Ohne gepolsterte Ecken die besorgte Eltern fordern (solche die ihre Kinder beim Straße überqueren Fahrradhelme überziehen).
Schöne Details, schöne Spiellandschaft, schöner Garten, ... und das auf so wenig Fläche.

da ist sich selbst die Baunetzler mal einig. :-)

7

zwilling | 19.08.2015 09:33 Uhr

großes Lob

Man kann allen Beteiligten nur gratulieren und größte Anerkennung ausprechen, für ihren Mut und Hartnäckigkeit, ein so tolles Projekt durchzuboxen und es dann auch noch gestalterisch so gelungen umzusetzen. Das nenne ich mal nachhaltig!

6

Tim | 19.08.2015 09:32 Uhr

Super

Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Projekt. Große Klasse. Noch schöner wäre es, wenn jetzt der Rest der Garage auch noch umgenutzt wird.

Ein Beispiel dafür, dass alte leerstehende Gebäude ein großes Potential für neue Nutzungen beherbergen!

5

fabian | 19.08.2015 04:21 Uhr

herausragend

Ich moechte mein uneingeschraenktes Lob fuer Herrn Klier, sowie die Architekten aussprechen. Von der Idee bis zur Umsetzung finde ich dies ein herausragendes Projekt, dass hoffentlich Strahlkraft weit ueber Nuernberg hinaus hat.

4

Hanna | 18.08.2015 20:15 Uhr

Toll!

Wunderschönes Projekt!

3

Fred Konkret | 18.08.2015 17:59 Uhr

Fantastisch

Ausgezeichnet, tolles Projekt!

2

Gerd van der Mulde | 18.08.2015 17:04 Uhr

Nachhaltig

Finde das Projekt sehr gut gelungen. Tolle Idee und mutig.

1

markus | 18.08.2015 16:45 Uhr

super

Das ist ja mal genial, vor allem wenn man das Viertel und das Parkhaus kennt. Besser gehts nicht in der Südstadt. Chapeau.

 
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