Spielen auf Wolke 10
Kita auf Parkhaus in Nürnberg
Städtebaulich gesehen gelten Parkhäuser als leblose Nicht-Orte, selbst wenn sie, wie in der Wölckernstraße in Nürnbergs Südstadt, im Erdgeschoss durch Geschäfte zivilisiert werden. Seit Jahrzehnten hat dort das Musikhaus Klier seinen Sitz, und als der bisherige Inhaber und Betreiber des Parkhauses in finanzielle Schwierigkeiten geriet, erwarb Andreas Klier, der Sohn des Firmengründers, das Gebäude aus den späten Siebzigern.
Hinter dieser Entscheidung stand sicherlich ein gewisser Pragmatismus, aber Klier hatte auch eine visionäre Idee, wie sich das alte Parkhaus im innerstädtischen Alltag nützlich machen könnte. Im dichten Quartier fehlt es an Raum für öffentliche Funktionen, während zugleich die beiden obersten Etagen des Parkhauses noch nie so richtig in Benutzung waren. Warum also nicht hier, in privilegierter Höhe, eine Kindertagesstätte errichten, die sich durch einen spektakulären Ausblick auf die ganze Stadt auszeichnet?
Für diese Idee musste bei den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik erst einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, doch dann ging alles ganz schnell: Nach nur neun Monaten war der Holzbau von querwärts ARCHITEKTEN (Nürnberg) fertiggestellt. Die integrative und interkulturelle Einrichtung, die passenderweise über einen musikalischen Schwerpunkt verfügt, unterteilt sich in einen länglichen Holzbau mit Panoramascheiben und einen tiefer gelegenen Freibereich, der durch drei Meter hohe Mauern gut gesichert ist. Erschlossen wird die Kindertagesstätte durch einen eigenen Aufzug.
Was zunächst nach einer urbanen Notlösung klingt, wird mit dem Namen der Kindertagesstätte Wolke 10 Programm. Nicht nur, dass es sich über den Dächern ungestört und lärmgeschützt spielen lässt, auch räumlich bietet die Einrichtung bei einer Außenfläche von 1.200 Quadratmetern mehr als so manche innerstädtische Kita auf dem Erdboden. Durch die beiden Ebenen des Daches entsteht eine differenzierte Spiellandschaft, die sich dank hölzerner Einbauten auch im Gebäude fortsetzt.
Auf Natur müssen die Dachkinder nicht verzichten: Zumindest über den stabilisierenden Unterzügen des Parkhauses konnte eine Bepflanzung angelegt werden, die sich mit den Jahren zu einem richtigen Baumbestand auswachsen soll. Die luftige Wolke ist dann zugleich eine grüne Oase, die sich der vorbildlichen Initiative eines engagierten Bauherren verdankt. (sb)
Und wenn man bedenkt, wie viele Erzieher schon von den Dächern geweht wurden, muss man die Bedenken von Frau Mauel schon ernst nehmen.
Es sind schon Kinder aus den Fenstern mehrgeschossiger Kitas gefallen und im Netz habe ich (nicht auf dieser Seite) schon Zäune gesehen, von denen ich weiß, dass Kinder sie flott überwinden könnten. Je höher eine Kita ist, umso bedenklicher erscheint mir auch ihre Rettung im Falle eines Brandes oder einer Katastrophe.
bunt ist. Ohne gepolsterte Ecken die besorgte Eltern fordern (solche die ihre Kinder beim Straße überqueren Fahrradhelme überziehen). Schöne Details, schöne Spiellandschaft, schöner Garten, ... und das auf so wenig Fläche. da ist sich selbst die Baunetzler mal einig. :-)