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18.08.2017

Kontemplation im Giebel

Kirchenumbau in Südtirol von Messner Architects


Die Waldkirche Lichtenstern im Südtiroler Ritten stammt aus den Fünfzigerjahren. Sie ist ein wichtiger spiritueller Ort für die Bewohner, aber auch für die zahlreichen Gäste, die im Laufe des Jahres das Bildungs- und Tagungszentrum „Haus der Familie“ besuchen. Dessen Betreiber wünschte sich die Neugestaltung des Kirchenraumes ebenso wie einen zusätzlichen Veranstaltungsraum im Dachgeschoss. Mit zwei großzügigen Öffnungen lassen die beauftragten Messner Architects (Klobenstein/Ritten) nicht nur mehr Licht hinein, sondern stärken auch die Beziehung zwischen Innen und Außen und damit den Genius Loci der Waldkirche.

Ein Panoramafenster hinter dem Altar zeigt gen Osten in den Wald, die zweite Öffnung im Giebel auf der Westseite schafft die Verbindung zum Vorplatz und somit zu den übrigen Einrichtungen des „Hauses der Familie“. Im nun gedämmten Dach entstand ein Meditationsraum, anstelle der alten Leiter führt jetzt eine bequeme Treppe nach oben. Ihr Zugang ist geschickt in der Laibung des großen Fensters versteckt. Die Ausgestaltung betont den zeltartigen Charakter des Raumes. Wer hier sitzt, kann kontemplativ in die Ferne blicken, wer hinaus auf den Balkon tritt, kann mit dem Platz kommunizieren.

Die Entwürfe zur neuen Altarraumgestaltung stammen vom kürzlich verstorbenen Künstler Franz Messner, dem Vater der Architekten David und Verena Messner, der auch den Begriff der Waldkirche prägte. Ambo, Priestersitz und der Altar sind massive Monolithe aus Passeirer Gneis, die auf ihren transluzenten Glassockeln zu schweben scheinen. Die neuen, hellen Bänke im Kirchenraum korrespondieren mit der Leichtigkeit der Altarmöbel. Trotz der reduzierten Neugestaltung bleiben die traditionellen Elemente nicht völlig außen vor: Die Buntglasfenster mit Heiligendarstellungen des Meraner Künstlers Peter Fellin verlegten die Architekten von der Ost- in die Westwand. Dort, in der Nähe zum Eingang und den Besuchern, sollen sie „mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung“ erhalten. Dies kann man sich für die gesamte Kirche wünschen. (dd)

Fotos: Davide Perbellini


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