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28.08.2017

Große Entspanntheit in Kassel

Innauer Matt erweitern Kunsthochschule


Die idyllisch an der Karlsaue gelegene Kunsthochschule in Kassel bekommt endlich eine eigene Ausstellungshalle. Und zwar an genau der Stelle, die Paul Friedrich Posenenske, Architekt des in den Sechzigerjahren errichteten und heute unter Denkmalschutz stehenden Hörsaalgebäudes, bereits vor gut zwanzig Jahren für eine entsprechende Erweiterung vorgesehen hatte. Geplant wird der Anbau mit Ausstellungs- und Arbeitsräumen vom Vorarlberger Büro Innauer Matt (Bezau), die mit ihrem Entwurf den kürzlich entschiedenen, nichtoffenen einphasigen Realisierungswettbewerb gewonnen haben.

Posenenske, der selbst an der Kasseler Hochschule lehrte, hatte in den Neunzigerjahren einen zweigeschossigen, quer in den Innenhof gesetzten Ausstellungsbau mit Vorplatz skizziert. Das Projekt konnte jedoch damals aus Kostengründen nicht realisiert werden. Innauer Matt schlagen nun ein sehr ähnliches Gebäude vor, zumindest hinsichtlich der Lage und Proportion. Das massive Volumen soll den bisher weitgehend ungenutzten Innenhof – in dem auch 16 der 7.000 Beuys-Eichen stehen, die der Künstler in den Achtzigerjahren für die documenta im Stadtraum pflanzte – fast vollständig ausfüllen. Respekt vor dem Bau- und Baumbestand ebenso wie die Integration von Freiräumen zählen dabei jedoch zu den Maximen der Architekten. Einen „entschleunigten Ort“ soll ihr Gebäude bieten und von einer „Aura großer Entspanntheit“ geprägt sein.

Geplant ist ein kompakter, 600 Quadratmeter fassender Quader, der präzise in die Mitte des Hofes gesetzt wird. So wahrt er rundum Abstand zu den Bestandsbauten. Zugleich entstehen ein großzügiger Vorplatz im Südwesten und ein länglicher Hof im Norden, den die Beuys-Eichen prägen werden. Offenheit und ein flexibel bespielbarer Grundriss charakterisieren den eingeschossigen Baukörper, mit seiner Höhe von rund fünf Metern wird er zwischen Nordbau und Hörsaalgebäude vermitteln. Was das Baumaterial betrifft, so ist Holz das Stichwort. Die Entwürfe zeigen einen feingliedrigen, hölzernen Pavillon mit offenliegendem Tragwerk, der sich durch seine edle dunkle Farbgebung vom baulichen Ensemble abhebt, ohne sich dabei aufzudrängen. Der obere Teil der Fassade ist mit Tageslichtlinsen durchsetzt, die für diffuses Licht im Innenraum sorgen werden und das spezifische äußere Merkmal des Bauwerkes bilden. Auch im Innenraum wird Holz – in Kombination mit Beton – dominieren.

Die Bauzeit soll bereits Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Kunsthochschule freut sich jedenfalls schon sehr auf ihr neues Gebäude. „Das Konzept von Innauer Matt hat uns sehr begeistert“, so der Rektor Joel Baumann. „Ich bin davon überzeugt, dass sich die neue Ausstellungshalle auch als Begegnungs- und Willkommensort für Kunst in Kassel etablieren wird.“ (da)


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