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31.08.2017

Backstein kreuz und quer

Hochhäuser in Antwerpen von Tony Fretton Architects


Zwei neue Wohnhochhäuser von Tony Fretton Architects, die eine Reihe von sechs Türmen vervollständigen: Wer jetzt vermutet, Antwerpen habe erst vor kurzem seine alte Hafenlandschaft wiederentdeckt und eine entsprechende Transformation angestoßen, der liegt falsch. Schon seit der Jahrtausendwende gibt es nämlich einen Masterplan, der mit dem Museum aan den Stroom von Neutelings Riedijk und größeren Wohnbauten von Diener + Diener Architekten, David Chipperfield Architects und Studio Farris schon einige architektonische Früchte getragen hat. Dabei nicht zu vergessen: Zaha Hadids unweit gelegene Hafenverwaltung, die allerdings nicht Teil des neuen Stadtquartiers ist, sondern das ursprüngliche Programm fortschreibt.

Die letzten beiden Türme am Westkaai-Kattendijkdok gleichen dabei nicht nur in ihrer Kubatur den bereits fertiggestellten Bauten von Chipperfield und Diener + Diener, sie wurden mit der Land Invest Group auch vom gleichen Entwickler projektiert. Die Londonder um Tony Fretton waren für die äußere Gestalt und die öffentlichen Bereiche der beiden Gebäude verantwortlich, während die Grundrissplanung und die konkrete Umsetzung vom belgischen Büro De Architecten aus Lier geleistet wurde. Insgesamt entstanden mit den beiden letzten Hochhäusern 16.500 Quadratmeter Geschossfläche, die sich in rund 150 private Wohneinheiten von gehobener Ausstattung, aber eher konventioneller Grundrissdisposition unterteilen.

Die äußere Gestaltung der beiden Neuzugänge aus Backstein orientiert sich dabei in konzeptioneller Hinsicht an den Vorgaben des Entwicklers. Wie Zwillinge sollten sich die Gebäude zwar ähnlich sein, sich aber doch auf den zweiten Blick möglichst eigenständig präsentieren. Zwei robuste Backsteinbauten aus Ziegeln in Gelb- und Rottönen sind so entstanden, die sie sich dank ihrer Schwere in gewisser Weise besser in der weitläufigen Hafenlandschaft behaupten als die hellen Betontürme von David Chipperfield.

Interessant sind die kleinen Unterschiede zwischen den beiden neuen Gebäuden: Während Turm 5 mit markantem Ziermauerwerk die Stapelung der Geschosse betont, entwickelt sich Turm 6 als eine Art offene Gitterstruktur deutlich in die Vertikale. Allein durch diese minimale geometrische Variation wirkt der Turm deutlich markanter und damit in gewisser Weise auch luxuriöser, während der Zwillingsbruder wie Chipperfields Nachbarbau einen etwas gehemmten Eindruck macht. Dass es sich hierbei nicht nur um Äußerlichkeiten handelt, zeigt der Blick auf die Grundrisse: Statt der sieben Wohnungen in Turm 5 sind eine Haustür weiter im Regelgeschoss nur vier Einheiten vorgesehen, was natürlich ein etwas exklusiveres Wohngefühl verspricht. (sb)

Fotos: Peter Cook, Filip Dujardin


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Turm 6 am Ende des Westkaai-Kattendijkdok

Turm 6 am Ende des Westkaai-Kattendijkdok

Turm 6 im Vordergrund, dahinter Turm 5 mit seiner horizontalen Fassadengliederung

Turm 6 im Vordergrund, dahinter Turm 5 mit seiner horizontalen Fassadengliederung

Offene Ecken betonen bei Turm 6 eine gitterartige Struktur

Offene Ecken betonen bei Turm 6 eine gitterartige Struktur

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