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http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Hauserweiterung_bei_Nimes_von_Dixneufcentquatrevingtsix_5022986.html

04.04.2017

Kalksteinbau und Betondiamant

Hauserweiterung bei Nîmes von Dixneufcentquatrevingtsix


Sie nahmen ihren Bauauftrag ziehmlich wörtlich: Dixneufcentquatrevingtsix (Paris) sollten ein historisches Bauernhaus in der Nähe des französischen Nîmes, das bislang als Wochenendhäuschen für Zwei genutzt wurde, in ein Gästehaus für drei Generationen umwandeln. Mit einer monolithischen Erweiterung aus Beton schließen sie nun einen kongenialen, jungen Partner an den alten Kalksteinbau an.

Auf dem terrassierten Gelände eines ehemaligen Steinbruchs steht das L-förmige Bauernhaus, an dessen östlicher Fassade der neue Baukörper anschließt. Mit seinen triangulierten, teilweise schrägen Außenflächenerinnert dieser an einen geschliffenen Diamanten. Der Grundriss des Anbaus zitiert die kompakte, auf Schutz angelegte Bauweise seines Gegenstücks: Auch er besteht aus einem quadratischen Teil, der mit der oberen Dachkante des dreigeschossigen Abschnitts des Altbaus abschließt. Zum Garten hin umfasst er einen Riegel mit abfallendem Pultdach.

Die klimatischen Bedingungen Südfrankreichs mit kalten Wintern und heißen Sommern erlauben wenige schmale Öffnungen an Süd-und Ostseite. Die stark dem Fallwind Mistral ausgesetzte Nordfassade zeigt sich ebenso geschlossen. Lediglich im Bereich der von Betonwänden umgebenen Dachterasse sind einige, vorwiegend horizontal verlaufende Schlitze angebracht, die an die zur Vogelbeobachtung genutzten Scharten der historischen Bebauung angelehnt sind. So erscheint der Anbau skulptural und nach Innen gekehrt.

Die wenigen Fenster und Öffnungen sind präzise gesetzt und lassen den Garten, der das Haus umgibt, an den weißen Wänden im Inneren wie in einem Gemälde erfahren. Sie sind Teil einer Inszenierung von privat und gemeinschaftlich genutzten, aber mit gleichbleibender Sorgfalt durchgestalteten Räumen des Neubaus. Nach seinen Bauherren benannt, wirkt Benoît et Roselyne tatsächlich ebenso wie ein Paar, dass schon lange Zeit symbiotisch zuammenlebt: Der Eine spiegelt und komplementiert die Wesenszüge des Anderen, beide bleiben dabei doch eigenständig. (kms)

Fotos: Florian Kleineffenn


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