Wiener Rauten
Hauptbahnhof eröffnet
Es sei ein Jahrhundertprojekt, dabei ist doch erst 2014: Am heutigen Freitag wird in Wien der neue Hauptbahnhof eröffnet. Verantwortlich für die Realisierung zeichnet die ARGE „Wiener Team“ mit den Architekten Atelier Albert Wimmer (Wien), Atelier Ernst Hoffmann (Wien) und Theo Hotz Architekten und Planer (Zürich), die 2004 gemeinsam den Masterplan gewonnen hatten; 2009 fiel der Startschuss zum größten Bauprojekt Europas. Fünf Jahre später stehen nicht nur die Rautendachlandschaft über den Bahnsteigen und die Shopping-Mall im Untergeschoss, sondern auch die angrenzende BahnhofCity sowie das markante Hochhaus für die ÖBB-Zentrale von Zechner & Zechner.
Die Idee für den neuen Wiener Hauptbahnhof ist wesentlich älter als der Wettbewerb: Bereits seit 1989 planen die ÖBB einen neuen Zentralbahnhof als Ersatz für die beiden Kopfbahnhöfe Süd- und Ostbahnhof. Auf diese Weise wurden Grundstücke und Gebäude für das genannte Großprojekt BahnhofCity frei.
„Konzipiert wurde der neue Wiener Hauptbahnhof als komplexes Verbindungselement: Er soll Ost-, Süd- und Westbahn verknüpfen, Verbindungen quer durch Europa schaffen und die Bahnhofsviertel im Norden und Süden vernetzen“, erläutert der Architekt Albert Wimmer. „Visuell ragt das Bahnhofsobjekt in den Südtiroler Platz hinein; die räumliche Organisation der angrenzenden Gebiete stellt sicher, dass eine Gleichwertigkeit vorherrscht.“
Die Eröffnung des Fernverkehrs lässt aber noch auf sich warten – erst ab bis Mitte Dezember werden hier Züge nach Italien, Ungarn, Tschechien oder Polen gehen; der Vollbetrieb wird 2015 aufgenommen. Was passiert dann am heutigen Auftakt für das Eröffnungswochenende des neuen Hauptbahnhofs? „Für all jene, die seit geraumer Zeit die Schnellbahnen und Regionalzüge nützen und bis dato auf einer Baustelle ein- und ausgestiegen sind, heißt es, dass sie nun endlich in einer fertigen Halle ankommen – besser gesagt: mitten in einem Einkaufscenter“, schreibt dazu die „Wiener Zeitung“. Mit 90 Geschäften auf 20.000 Quadratmetern ist die Mall das dritte Bahnhofs-Shopping-Center in Wien, 148 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Kommt noch rund eine Milliarde Euro für den eigentlichen Bahnhof hinzu – da versteht man, warum es in Wien für dieses Jahrhundert ein einmaliges Projekt ist. (jk)
Fotos: Roman Boensch/ÖBB
und zweitens - wien hat eine derart reiche, hochwertige geschichte, dass ein neuer hauptbahnhof auch eine gewisse wertigkeit haben darf. ohne da gewesen zu sein - das sieht einfach alles "a bisserl schirch" aus, naja, so nach akkuschrauber und kostengünstigen plattenwerkstoffen. berlin hbf und s21 sind/werden am ende natürlich auch nicht viel hochwertiger. aber ich finde, so ein bedeutsames öffentliches gebäude wie ein hauptbahnhof darf aus anderen materialien bestehen als ein autohaus oder ein supermarkt. wir fliegen heute zum mars, reden ständig von nachhaltigkeit, aber schaffen's nicht mehr, halbwegs dauerhafte öffentliche gebäude zu erstellen.
Insgesamt beträgt die Gesamtfläche der Halle Nord rund 10.000m2 und ist direkt an die U- Bahn Linie U1 angebunden.
Wartebereiche gibt es auf dem Bahnsteig (siehe Plan). Die könnten auch gut sein und dann ist es ja auch schön gleich vor Ort warten zu können. Aber nen richtigen Wartebereich gibts doch leider eh nicht mehr. Meistens stehen im Reisezentrum auch ein paar Sitzplätze zur Verfügung aber das wars dann auch schon. So nen großen Wartesaal find ich auch toll. Da werden auch immer so tolle Szenen gedreht, kennt man aus den alten Filmen noch. Also wer den nächsten Bahnhof plant, bitte ne ordentliche Wartehalle einplanen. Argument gegenüber dem Bauherren: Sie kommen bestimmt ins Fernsehen (oder wie das dann auch immer heißt).