Im Schatten von St. Pauls
Geschäftsbau von Nouvel in London
Der temporäre rote Pavillon der Serpentine Gallery im Londoner Hyde Park wurde erst vor knapp zwei Wochen geschlossen (siehe BauNetz-Meldung vom 7. Juli 2010), da wird mitten in der City of London offiziell das erste realisierte Projekt des Pariser Atelier Jean Nouvel in Großbritannien eröffnet. „One New Change“ heißt der neue Nachbarbau der St. Pauls Cathedral und der Bank of England – ein siebengeschossiges Geschäftszentrum mit Shopping Mall und Büroflächen, den die Franzosen in Zusammenarbeit mit dem Londoner Büro Sidell Gibson Architects realisiert haben (siehe BauNetz-Meldung vom 18. Januar 2010).
Der sechs bis siebengeschossige Neubau bietet auf rund 52.000 Quadratmetern Platz. Auf den drei unteren Etagen sollen sich Läden und größere Geschäfte konzentrieren, während die oberen vier Etagen Serviceabteilungen und Büros beherbergen. Das Restaurant mit Dachterrasse im sechsten Stock soll im Frühling 2011 öffnen.
Die schillernde Fassade setzt sich aus mehr als 6.300 Glasscheiben in verschiedenen Größen und Formen zusammen – 4.300 davon sind Unikate. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Fassadenmuster, die von dem Grafikdesigner Hiroshi Maeda entworfen wurden.
Prinz Charles hätte Nouvel am liebsten den Auftrag entzogen. Die neue Shopping Mall aus Glas und Stahl steht schließlich an einer höchst sensiblen Stelle im Stadtbild London: Im Schatten der Kuppel von St. Pauls Cathedral. So dicht dürfe niemand an Sir Christopher Wren’s Kathedrale bauen, schon gar nicht ein Architekt der Moderne wie Nouvel, empörte sich der Prince of Wales 2005 nach der Wettbewerbsentscheidung in einem Brief an den Investor. Ohne Erfolg: der Neubau mit der reflektierenden Glasfassade öffnete am 28. Oktober seine Türen.
Mehr zu Jean Nouvel unter www.designlines.de
Und interessiert das irgend jemanden? Nein.
Übrigens völlig zurecht, weil es kein Beitrag zu einer Fachdiskussion ist. Als Ort für dieselbe verstehe ich aber dieses Forum hier. Also bitte liebe Kollegen, verschont uns mit persönlichen Geschmacksbekundungen.
auch nicht besser.
ich finde das ding ganz gut,
spannend ist sicher der prozess den er durchmachen musste,
in berlin hätte er JAHRZEHNTE gebraucht, siehe akademie der kuenste ohne steinfassade
Wieder ein Übernahmeversuch der Retrotrolle?
Kommt geht wo anders spielen.
Spass beiseite: Nouvel macht städtbaulich alles richtig an dieser Stelle. Und es gelingt ihm eine zeitgenössische Form für ein monströses Nutzungskonzept zu finden, das eben diese Monströsität nicht mit historistischem Firlefanz beschönigt. Der Anteil an öffntlichem Raum der geschaffen wird ist ausergewöhnlich hoch. Das solche innerstädtischen Filetstücke unter der Maßgabe der Profitmaximierung vermarktet werden, kann man wirklich nicht dem Architekten in die Schuhe schieben.