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31.10.2014

Blasses Gold

Gemeindezentrum in Rödermark von netzwerkarchitekten


Darin haben netzwerkarchitekten Erfahrung: Mit dem katholischen Gemeindezentrum St. Gallus im hessischen Rödermark beweist das Büro nicht zum ersten Mal die Fähigkeit, präzise auf die Bedürfnissen einer Gemeinde einzugehen. Offenheit und Transparenz gegenüber der Stadt machte schon bei ihrem Gemeindezentrum in Frankfurt am Main den Kern aus, nun haben die Darmstädter Architekten den Neubau mit der markanten Satteldächer-Konstruktion fertig gestellt. 2010 hatten sie mit dem Entwurf einen geladenen Wettbewerb gewonnen.

Der Kontrast aus zeitgemäßer Offenheit und historisch anmutender Heimeligkeit liegt im Wesen des langgestreckten, solitären Volumens. Auf einem überwiegend transparenten Erdgeschoss ruht das geschlossene Obergeschoss, dessen Erscheinung mit ihren sechs aneinandergereihten Satteldächern an das Stadtbild anknüpft. Darin liegt auch eine Antwort auf die Anforderungen nach einem „markanten und einladenden Baustein im Stadtbild“.

Die Homogenität des Obergeschosses wird durch die Fassadengestaltung aufgelockert: Für die Verkleidung verwenden die Architekten leicht schimmernde, witterungsbeständige Metallschindeln in blassem Gold. Gleichzeitig unterstreicht ihre Rautenform die Geometrie der Satteldächer. Mit den kleinen Fensteröffnungen wird der intime Charakter der dahinter liegenden Gruppenräume hervorgehoben.

Anders gestaltet sich das Erdgeschoss, dessen Fassade sich aus einer Abfolge von raumhohen Glasfenstern und schwarzen, teils doppelflügeligen Türen zusammensetzt. Bei Bedarf können die Türen geöffnet und die Verbindung von Innen und Außen verstärkt werden. Der Bau ist teilweise unterkellert, in Massivbauweise.

Der oberirdische Baukörper hingegen ist ein „elementierter Holzrahmenbau“, erläutern die Architekten und fahren fort: „Die Decke über dem Erdgeschoss ist als Massivholzdecke ausgeführt. Hierbei sind sowohl die raumabschließenden Außenwände als auch die Innenwände tragend ausgebildet. Aufgrund der großen Spannweiten wurden zusätzlich Stahlträger in Ebene der Massivholzdecke eingebunden.“ Zudem sind in die geschlossenen, geschosshohen Wandelementen in der Fassadenebene Stahlstützen eingestellt, um die großflächige Verglasung ausarbeiten zu können.

Die Räume im Erdgeschoss sind variabel nutzbar. Neben dem Foyer befinden sich hier der Pfarrsaal (vom Foyer nur mit einer Faltschiebewand getrennt), ein Gruppenraum und verschiedenen Nebenräume. Im Kellergeschoss liegen unter anderem Jugendräume. Auch im Inneren unterstreichen die teilweise raumhohen Verglasungen das Konzept der Sichtbeziehungen und der Offenheit. Die Materialisierung katholischer Werte ist bei diesem Gemeindehaus durchaus gelungen. (pg)

Fotos:
Jörg Hempel


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Zu den Architektenprofilen:

netzwerkarchitekten


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