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30.11.2017

Drama am St. Lawrence River

Freilufttheater von Atelier Paul Laurendeau


Dieses Gebäude ist fürs Drama bestimmt, das ist auf den ersten Blick erkennbar. Für Theateraufführungen und Konzerte in den Sommermonaten haben Atelier Paul Laurendeau (Montréal) in der kanadischen Stadt Trois Rivières dieses monumentale Amphitheater realisiert. Schon die Eckdaten sind dramatisch. Das Freilufttheater steht an der Spitze einer Landzunge, an der sich der Sankt Lorenz- und der Sankt-Moritz-Fluss kreuzen. Seine Baufigur zeigt eine Art minimalistischen griechischen Tempel mit maximalen Ausmaßen: Acht schlanke, 26 Meter hohe Stahlsäulen tragen ein 7.200 Quadratmeter großes, tiefrotes Dach. 3.500 Sitzplätze und 5.200 zusätzliche Stehplätze finden darunter Platz.

Das Theater, für dessen Entwurf Atelier Paul Laurendeau 2011 einen offenen Wettbewerb gewann, steht in einem ehemaligen Industriegebiet. An seiner Stelle war bis in die Nullerjahre noch eine Papiermühle in Betrieb. Die Umwandlung des Geländes in ein Wohn- und Kulturviertel ist ein Prestigeprojekt für Trois Rivières. Nur unweit des Theater-Tempels legte die Stadt in einer transformierten Fabrikhalle schon das Heimatmuseum Borealis an. Dass es sich auch bei dem Amphitheater um ein Projekt mit lokaler Bedeutung handelt, verkünden bereits die sechs Meter hohen schwarzen Lettern mit dem Namen der Stadt an der Schauseite des Baus. 

Das Amphitheater ruht auf einem Betonfundament, das auf dem unebenen Gelände eine Plattform für Bühne und Zuschauerraum bildet. Einen Großteil der Technik und die Verwaltung des Theaters bündeln die Architekten in einem geschlossenen Kernbau aus Stahlbeton. Dessen Fassade aus schwarzen Stahlpaneelen setzt sich kontrastreich von den dunkelroten Paneelen des gewaltigen Segeldaches ab, das sich weit oberhalb des Kernbaus erstreckt. In seiner Mitte beherbergt das Dach einen Teil der Bühnentechnik. Hierdurch wächst es auf eine Dicke von sechs Metern an, verjüngt sich aber am First wieder zu einer schmalen Linie. Das Besucherfoyer aus Glas dockten die Architekten quasi an den schwarzen Kern an. Das ist, im Vergleich zu der schweren Stahlfassade, auch einmal leicht in Szene gesetzt. (sj)

Fotos: Marc Gibert, Adrien Williams


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